Baustelle am Kaiserplatz sorgt noch eine Woche lang für Stau

Eine neue Gleiskreuzung, eine Weiche und Schienen haben Arbeiter auf dem Kaiserplatz eingebaut. Autofahrer müssen noch eine Woche mit Staus rechnen.
Eine neue Gleiskreuzung, eine Weiche und Schienen haben Arbeiter auf dem Kaiserplatz eingebaut. Autofahrer müssen noch eine Woche mit Staus rechnen.
Foto: WAZ FotoPool
Arbeiter stopfen Gleise und bauen Asphaltdecke ein. Umleitungen für Autos und Busse gelten bis 4. Mai. Straßenbahnen fahren wieder die alte Strecke.

Mülheim.. Durch die Lücke im Bauzaun bahnt sich eine Seniorin ihren Weg durch die Baustelle auf dem Kaiserplatz. Dann steht sie mit ihrer Tasche vor der Baugrube mit den Straßenbahnschienen: „Und wer bringt mich jetzt zur Haltestelle?“, ruft sie den Arbeitern zu. „Das geht nicht. Sie müssen dort hinter dem Zaun entlang gehen und am Ende den Weg benutzen.“ Die Seniorin schüttelt den Kopf: „Das ist doch viel zu weit mit der schweren Tasche. Warum stellen Sie denn keine Schilder auf?“ Keine Antwort.

Das große Chaos ist rund um den wichtigen Verkehrsknoten der Stadt zwar ausgeblieben. Aber einige Schlangen bilden sich dennoch auf der Eppinghofer Straße oder an der Mühlenbergkreuzung. Dort stehen dicke Hinweistafeln mit Umleitungsstrecken wegen der Sperrung des Kaiserplatzes.

„Was den Gleisbau betrifft, liegen wir im Zeitplan“, erläutert Jens Kloth, Sprecher der Mülheimer Verkehrs-Gesellschaft (MVG). Was der Betrieb vergangene Woche nicht mitgeteilt hatte: Die Sperrung der Kreuzung für Autofahrer dauert noch bis Ende der Woche. „Voraussichtlich am Montag, 4. Mai, wird der Knoten wieder komplett für den Verkehr freigegeben.“

Autofahrer müssen sich noch einige Tage auf Staus einstellen

Bis zu diesem Tag entspricht die Haltestelleninsel am Kaiserplatz wirklich fast einem Eiland, mit nur einem Zugang auf der Kaiserstraße. In dieser Woche stopfen Arbeiter die Gleise, damit sie nicht absacken. Holzpfosten halten gerade die korrekten Abstände. Ist das erledigt, wird das Gleisbett mit Asphalt ausgefüllt und gefestigt. Die holperigen Pflastersteine werden nicht mehr eingebaut, sind abtransportiert. Ob alles nur eine Übergangsbauweise ist, weil – laut vom Rat beschlossenen Nahverkehrsplan – der Haltestellenkomplex am Kaiserplatz in zwei bis drei Jahren umgebaut werden soll, konnte bei der MVG niemand sagen.

Autofahrer müssen sich noch ein paar Tage auf Staus auf den Straßen zum Kaiserplatz einstellen. „Obwohl alles ausgeschildert ist, fuhr einer am Sonntag mit seinem Wagen hinter unserem Laster in die Baustelle und beschwerte sich, niemand habe ihn über die Sperrung informiert“, schildert ein Arbeiter. Andere versuchten, sich beim Abbiegen in den Dickswall zu überholen. „Geduld ist Glücksache“, beobachtet ein Senior von der Fußgängerbrücke aus das Geschehen und lobt: „Die haben am Wochenende viel geschafft.“

Den Männern an den Stopfhämmern schüttelt es die Arme: Sie müssen den Schotter unter die Schienen pressen. Mit einem Eisenhebel stellt ein anderer die Weiche für die Bahn Richtung Hauptfriedhof. „Der elektrische Antriebsmotor ist noch nicht angeschlossen. Im Kabelschacht nebenan sehen Zuschauer gestern Nachmittag nur Wirrwarr.

 
 

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