Baumfällungen in Mülheim - trickst Stadt Bürger aus?

Das geplante Neubaugebiet an der Tilsiter Straße in Mülheim.
Das geplante Neubaugebiet an der Tilsiter Straße in Mülheim.
Foto: NRZ

Mülheim. Lässt die Stadt am Oppspring/Tilsiter Straße, wo seit Jahren um eine weitere Bebauung gestritten wird Fakten schaffen, bevor die Pläne politisch abgesegnet sind? In der Anwohnerschaft gibt es diese Befürchtung, nachdem am Donnerstag Hecken geschnitten und Bäume gefällt wurden.

„Der Investor schneidet auf dem Plangebiet alle befindlichen Bäume und Sträucher ab, in denen Gutachter und Bürger Nistplätze geschützter Vögel verortet haben und im Einspruch darauf hinweisen werden“, empört sich Britta Stalleicken, Sprecher der dortiger Bürgerinitiative, die sich für die Erhaltung der Frischluftschneise einsetzt.

Die Anwohner finden Unterstützung bei den Mülheimer Bürgerinitiativen, die den Bau- und Planungsdezernenten Peter Vermeulen unmittelbar mit den Vorwürfen konfrontierten.

In keinem Zusammenhang

Die Maßnahmen stünden in keinem Zusammenhang mit dem im Verfahren befindlichen Bebauungsplan „Tilsiter Straße/Haustadtsfeld“, betont der Dezernent. Im Vorgriff auf einen Bebauungsplan wären Rodungsmaßnahmen auch nicht zulässig. Die Maßnahmen wurden mit zwei zuständigen Mitarbeitern der Unteren Landschaftsbehörde am Mittwoch abgestimmt und die Genehmigung wurde am Donnerstag mündlich erteilt.

Es handele sich, so Vermeulen, bei den Baumfällungen um Verkehrssicherungsmaßnahmen und bei dem Rückschnitt einer Weißdornhecke um eine landschaftspflegerische Maßnahme zum Erhalt der Hecke. Bei den gefällten Bäumen, erklärt der Baudezernent, habe ein „,massiver Ausbruch“ und eine Schräglage bestanden, so dass eine Gefährdung bestand.

Bürger können Einsicht in die Pläne nehmen

Es war eine Auflage, dass die Arbeiten mit Blick auf die Brutzeit von dem 1. März erfolgen sollten. „Es ist verständlich, dass die Anwohner vermuteten, es handele sich um Rodungen für die noch nicht genehmigte Bebauung. Dem ist aber nicht so, “ stellte auch Stadtsprecher Volker Wiebels klar. Weiterhin können Bürger im Technischen Rathaus Einsicht in die Pläne am Oppspring nehmen und dazu ihre Bedenken niederlegen. Diese werden dann von der Politik beraten.

 
 

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