Bauarbeiten der Hochschule Ruhr West in Mülheim haben begonnen

Andreas Heinrich
Das Modell für die Hochschule Ruhr West.
Das Modell für die Hochschule Ruhr West.
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Die Bauarbeiten für den Neubau der Hochschule Ruhr West an der Duisburger Straße in Mülheim haben begonnen. Die Fertigstellung ist für den Herbst 2014 geplant. Die neue Bildungseinrichtung soll ein Ort der Kommunikation und Begegnung werden und auch die unmittelbare Umgebung beleben.

Mülheim. Es läuft gut an der jungen Hochschule Ruhr West. Im Herbst 2014 wird auch der Neubau zur Verfügung stehen. Gestern war Baustart auf dem Areal an der Duisburger Straße. Präsident Prof. Eberhard Menzel staunt über die große Zahl an Bewerbungen für das kommende Wintersemester.

Erstmals werde man einen Numerus Clausus in einigen Fächern einführen müssen, sagt er, der Platz reiche nicht für alle. 720 Studenten sind es derzeit in Mülheim, 2200 sollen es in zwei Jahren sein. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes richtet derzeit die Baustelle ein: Bauzaun, Baustellenampel, Bagger sind schon mal da. In den nächsten Tagen sollen die Grabungen beginnen.

173 Euro Investitionen vom Land

Insgesamt investiert das Land in den Neubau, der auch ein Standbein in Bottrop erhält, 173 Millionen Euro, davon 139 in Mülheim. In Broich entsteht ein Campus mit vier Institutsgebäuden, einem Hörsaalgebäude, einer Bibliothek, einer Mensa und einem Parkhaus, mit einer gesamten Bruttogeschossfläche von 62.500 Quadratmetern. Der Entwurf stammt von der Arbeitsgemeinschaft HPP Hentrich-Petschnigg & Partner (Düsseldorf) und Astoc Architects & Planners (Köln). Sie hatten sich in einem Wettbewerb durchgesetzt, der zunächst mehrere Sieger hervorbrachte.

Der Entwurf von HPP passt sich stark an den Bau der Feuerwehr nebenan an. Die Düsseldorfer Architekten setzen auf Funktionalität, auf die Prof. Menzel hohen Wert legt wie auf Atmosphäre und Ambiente. „An dem Entwurf aus dem Wettbewerb ändert sich nichts, wir haben in den vergangenen Wochen die Detailplanung vorgenommen“, so Menzel. Auch dabei ging es vor allem darum, dass die Hochschule im Alltag gut funktioniert. Dazu gehört: Die Alma Mater muss so angelegt sein, dass sie zu einem Ort der Kommunikation und der Begegnung wird.

Hochschule als Belebung für die Umgebung

„Einen reichhaltigen öffentlichen Raum“ schaffen, ist denn auch das Ziel der Planer. Ein Stelenfeld in Höhe der ÖPNV-Haltestelle soll das Eingangstor zum Campus ausdrücklich auch für Bürger darstellen. Direkt an der Duisburger Straße wird das dreigeschossige Hörsaalzentrum liegen, die Bibliothek ragt heraus.

[kein Linktext vorhanden]Die Hochschule wird, davon sind viele überzeugt, die Duisburger Straße und ihre Umgebung beleben. Neue Geschäfte werden den Studenten folgen, neue Wegeverbindungen sich Richtung Innenstadt ergeben. Drei von vier Studenten, so Menzel, kommen bislang aus der Region.

Der Umzug aus dem derzeitigen Container-Dorf in Styrum, wo die Studenten und Professoren untergebracht sind, soll im Herbst 2014 beginnen und sich über das Wintersemester erstrecken. Abstriche muss der Rektor an dem Ziel machen, mit dem Neubau in Broich eine Hochschule mit null Emissionen zu errichten. „Wir kommen dem Ziel aber sehr nahe“, sagt Menzel und verweist etwa auf das Fernwärmenetz, mit dem die Medl die Hochschule erwärmen wird. „Wir werden am Ende zumindest eine sehr energiefreundliche Hochschule sein.“