Bal moderne

" Bal Moderne " - Tanztee aller Klassen im Garten der Stadthalle. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
" Bal Moderne " - Tanztee aller Klassen im Garten der Stadthalle. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Schöne Choreografien, einfach zu lernen: Es war die Leichtigkeit des Seins, die die Mülheimer zum Ruhrufer bewegte: Rund 70 Menschen nahmen am Sonntag an der Mitmach-Tanzperformance „Bal moderne“ teil.

Fächer, Wolken, Acht – das ist kein komplexe Assoziationsspiel, sondern ein Tanz: „La Ziva“ hat es dennoch ganz schön in sich.

Rund 70 Menschen, die am Sonntagnachmittag zum Ruhrufer vor die Stadthalle kamen, wedeln mit Händen und Armen, springen um die eigenen Achse, „tauchen“ grazil nach vorne wie zum Kopfsprung. Ein „Bal moderne“ – eine Art junge Form des Tanztees für Jedermann beginnt.

Auf der Bühne gibt Choreografin Jutta Vielhaber die notwendige Schritthilfe, der Fächer und die Wolken sind einfache Gedankenbrücken, um sich die Bewegungsabläufe zu merken. Und siehe da: Es klappt. Fremde werden zu Tanzpartnern, lachen und strahlen sich gegenseitig an, kommunizieren.

Zwei Damen haben sich kurz zum Atemschöpfen an die Seite gestellt: „Schön ist das“, sagt eine, „wenn es nur nicht so heiß wäre.“ La Ziva verlangt doch etwas mehr ab als die Disco – „manchmal stellt man sich halt ungelenk an“, nimmt es die andere locker, selbst wenn der eine oder andere Schritt noch nicht so sitzt. Am Ende der Veranstaltung werden aber alle die drei Choreografien gelernt haben.

„Bal Moderne“ ist keine feste Gruppe, eher ein loser Zusammenschluss von Choreografen und Tänzern. Entstanden ist das Konzept vor etwa 20 Jahren in Frankreich, sagt Jutta Vielhaber. Es werden streng genommen keine Tänze vermittelt, wohl aber eigene, zeitgenössische Choreografien, welche die Tänzer entwickelt haben und die sich an bekannte Tänze anlehnen. Doch was soll’s? Das Ziel ist schließlich ein anderes: „Es geht nicht darum, toll zu sein, sondern etwas Neues zu entdecken. Spaß, Freude und Leidenschaft.“

Diese vergnügliche Trias ging schon einige Male auf: Bal Moderne brachte von Brüssel aus über TV und Public Viewing schon die ganze Belgische Nation zum Tanzen. Zum Bochumer Uni-Fest schwangen über 300 Menschen im Audimax die Beine, und auch den Mülheimern lehrten sie unlängst in der Fußgängerzone den lockeren Hüftschwung.

Auch der ehemalige grüne Bürgermeister Wilhelm Knabe beweist am Ruhrufer ein federndes Tanzbein, mit 86 Jahren. „Das Bild vom Alter ist verquer“, meint er, und hat auch ein paar Tipps auf Lager: „Die Treppe nehmen statt Fahrstuhl, Kniebeugen beim Zähneputzen und außerdem neugierig bleiben.“

Vor der Bühne nehmen die Mülheimer wieder Stellung ein: Zwei Profis machen eine Choreografie vor, nach einem Argentinischen Tanz – dass wir Fußball können, haben wir ja schon gezeigt. Hui – der entwickelt sich wunderbar von Solo- zu Paartanz-Elementen. Sieht allerdings kompliziert aus – kann denn jeder Tanzen lernen? „Ich glaube ja“, lächelt Vielhaber.

 
 

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