Aus für das Mülheimer Schulmuseum ist besiegelt

Foto: hg pressefotografie gbr

Mülheim. Das Aus für Mülheims kleinstes Museum ist besiegelt: Im Historischen Klassenzimmer, das der Styrumer Geschichtsgesprächskreis seit 1996 ehrenamtlich betreibt, wird in Zukunft keine Geschichts-Lehrstunde mehr abgehalten werden. Wie berichtet, sollte das Schulmuseum, das zur Zeit eingelagert ist, zusammen mit dem Verein Kunsthaus in die Räume der Grundschule an der Meißelstraße einziehen. Mit der Lösung waren die Ehrenamtlichen nicht einverstanden – und kündigten dem Kulturdezernenten in einem Schreiben ihr Engagement.

„Wir waren von dem Entschluss sehr überrascht“, sagt Kulturdezernent Ulrich Ernst. Mehrere Gespräche mit Verantwortlichen von Stadt , Kunstverein und Gesprächskreis habe es seit Anfang des Jahres gegeben. „Eigentlich herrschte auch Einvernehmen“, erklärt Ernst. 100.000 Euro hatte die Stadt den Ehrenamtlichen für den Betrieb ihres Museums zugesichert. Dann habe es kurzfristig ein Schreiben gegeben, in dem es heißt, dass sie das Museum nicht fortführen möchten. „Wir bedauern das sehr“, meint Ernst. Vorschläge, das Schulmuseum in Räumlichkeiten außerhalb Styrums unterzubringen, seien abgelehnt worden.

Material geht an Stadt und Schulen

Der Rückzieher der Ehrenamtlichen mag wohl auf dem „Rauswurf“ aus dem Gebäude an der Schlägelstraße gründen. Dort musste das Schulmuseum ausziehen, da der Platz in dem Gebäude für den Ausbau der U3-Betreuungsplätze benötigt wird. Seit 1999 hatte Marlies Pesch-Krebs als Museumsleiterin dort „unterrichtet“, in einem Raum war das Historische Klassenzimmer mit Griffeln, Schiefertafeln und Archiv untergebracht, einen weiteren Raum nutzte man für Veranstaltungen oder Gruppentreffen. „Dies wäre an der Meißelstraße nicht umsetzbar gewesen“, erklärt Max Schürmann, Geschäftsführer des Styrumer Geschichtsgesprächskreises. Hierin lag der Knackpunkt: Denn die Räume im Schwester-Gebäude waren bereits dem Verein Kunsthaus versprochen, der den Umbau und Einzug geplant hatte – ausgerichtet auf zehn Künstler. „Unter diesen räumlichen Bedingungen hätte das Museum nicht betrieben werden können“, erklärt Schürmann. „Um auch Veranstaltungen wie Elterncafés durchführen zu können, hätten wir einen zusätzlichen Raum benötigt.“

Auch der Zuschuss von 100.000 Euro hätte nicht komplett für die Einrichtung in dem Gebäude ausgereicht, ist sich Schürmann sicher. „Das Dach und der Treppenaufgang sind sanierungsbedürftig.“ Gemeinsam habe der Gesprächskreis dann den Beschluss gefasst, das Museum nicht mehr fortzuführen. Das Material aus dem Archiv soll nun der Stadt und den Schulen zur Verfügung gestellt werden.

 
 

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