Aufgabe des Naturbades vom Tisch

Andreas Heinrich
Urlaubsstimmung im Naturbad Styrum. So soll es bleiben, ist sich die Politik einig. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Urlaubsstimmung im Naturbad Styrum. So soll es bleiben, ist sich die Politik einig. Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPool
Foto: Christoph Wojtyczka / WAZ FotoPo

Mülheim. Das Naturbad in Styrum nach wenigen Jahren bereits wieder aufgeben – davon will die breite Mehrheit der Politik nichts mehr wissen. Alle Fraktionen sprechen sich inzwischen für das Bad in Styrum aus, das ein Alleinstellungsmerkmal ist, Geschichte hat und vor allem, wie Georg Höttger (MBI) betont, sozialpolitisch sehr wichtig für den ohnehin benachteiligten Stadtteil sei. Wo sonst noch können Kinder und Jugendliche in der an Bädern armen Stadt schwimmen?

Seit 1925 gibt es in Styrum ein Bad, aus dem vor sechs Jahren das Naturbad geschaffen wurde. Mehrere Millionen investierte die Kommune, kämpfte mit technischen Problemen und wie bei jedem Bad mit einem finanziellen Defizit. Aber jetzt im Zuge der Sparmaßnahmen aufgeben und aus dem Bad einen Spielplatz machen? Das war doch allen ein wenig zu viel des Guten, zumal die Zinslasten noch bis 2031 gezahlt werden müssen.

Bad noch besser vermarkten

Erhaltenswert, betonte daher auch Werner Osterwind (CDU); es gibt teurere Bäder, meinte Christian Mangen (FDP); und die Grünen betonen, dass sie ja immer schon für den Erhalt des Bades waren. Die SPD regte an, das tolle Bad vielleicht noch besser zu vermarkten. Nach den Worten des Chefs vom Immobilien-Service, Frank Buchwald, befindet es sich in einem tadellosen Zustand.

Tadellos wie das Wennmann-Bad in Heißen, das nach langer Sanierungszeit am 26. November wieder eröffnet wird. Vor allem die Bürger und die Schulen sollen dort in Zukunft eine feste Heimat haben, die Vereine mehr ins Südbad verlegt werden, wie Martina Ellerwald, Chefin des Mülheimer Sport-Service betont.

Gefälschte Spielerpässe

Um Sozialpolitik geht es aus Sicht der Fraktionen auch bei der Sportanlage Von-der-Tann-Straße in Styrum. Der Platz soll aufgegeben und Bauland werden, um die große Sportanlage in Heißen zu finanzieren. Ein fataler Weg, so die MBI. Der Sport-Service sieht die Probleme und sicher t zu, Alternativen zu bieten, die gerade diesen Sozialraum nicht benachteiligen.

Selbst soziales Verhalten auf dem Spielfeld ist zum politischen Thema geworden. Spuckende Spieler, Bedrohung von Schiedsrichtern, gefälschte Spielerpässe, Spielabbrüche – alles da, aber dennoch warnt der Vorsitzende der Kreisspruchkammer, Ulrich Pütz, vor einer generellen Verurteilung und Übertreibung. Er spricht von Einzelfällen, die man mit Hilfe der Polizei und Staatsanwaltschaft im Griff habe. Politische Maßnahmen wie Kürzung von Geldern bei Vereinen hält Pütz für falsch. „Das wäre Sippenhaftung.“[kein Linktext vorhanden]