Anwohner in Mülheim-Dümpten ärgern sich über Problem-Straße

Dennis Vollmer
Der verstopfte Abwasserkanal ist nicht der einzige Ärger an der neuen Straße.
Der verstopfte Abwasserkanal ist nicht der einzige Ärger an der neuen Straße.
Ärger in Mülheim-Dümpten: Ausgerechnet in einer neugebauten Straße haben die Anwohner mit Baumängeln zu kämpfen. Jedesmal, wenn es regnet, bildet sich auf der Straße ein kleiner See. Die Anwohner haben der Stadt mittlerweile eine Mängelliste vorgelegt. Die Stadt will jetzt handeln.

Mülheim. Nicht der Regen sorgt bei Jürgen Korte für schlechte Laune, doch immer wenn es von oben schüttet, staut sich das Wasser vor Kortes Grundstück zu einer Riesenpfütze – obwohl es dort gleich zwei Senken als Ablauf gibt.

Ärgerlich für den Anwohner der Dr.-Simoneit-Straße in Dümpten, denn diese ist vor einem knappen Jahr erst neu gemacht worden. „Mit vielen Mängeln“, kritisieren Korte und 17 weitere Betroffene der Straße. Bislang sei die Stadt ihren Bitten um Beseitigung der Mängelliste nicht entgegengekommen.

Bei übermäßigem Regen könne der Kanal das Wasser nicht aufnehmen, will Korte von der MEG erfahren haben, die die Senke in der vergangenen Woche vor Ort gespült hatte. Der Anwohner zweifelt jedoch an dieser Vermutung: „Es ist egal, ob es viel oder wenig regnet, schon bei einfachen Schauern wie zuletzt am Wochenende staut sich ein kleiner See an den Senken.“

Korte vermutet deshalb, dass ein zu enges Abflussrohr zum Kanalnetz führt und damit einen „Flaschenhals“ bildet, der für einen Rückstau sorgt. Allein in der vergangenen Woche kam es vor seinem Grundstück drei Mal zu solchen Ansammlungen. Für den Betroffenen unverständlich, dass es überhaupt dazu kommt, denn das Problem sei der Stadt bereits vor Beginn der Straßenbaumaßnahme mitgeteilt worden.

Unzufriedenheit mit der Stadt ist groß

Das stehende Gewässerchen ist für den Anwohner jedoch nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Nicht nur Korte fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen, auch 17 weitere Betroffene, die die fast neue, aber in ihren Augen mangelhafte Straße mit 6000 Euro pro Eigentümer mitbezahlt haben.

Bereits im Januar hatten die Anwohner bei einer Begehung vor Ort mit Stadt und Bezirksvertretung die Mängel vorgetragen. „Sie wurde zur Kenntnis genommen“, meint Korte. Mehr sei aber nicht geschehen. Die Unzufriedenheit ist groß: In einem Schreiben an das Tiefbauamt fordert Korte „diese Schwachstelle im Abwassersystem bis zum 27. Juli zu beseitigen“.

Mängel sollen jetzt nachgebessert werden

Bei der Stadt zeigt man sich hilfsbereit, aber „im Augenblick sind wir ratlos“, sagt Stadtsprecher Volker Wiebels. Zunächst. Denn am Anfang - nach Beendigung des Straßenbaus - habe der Abfluss einwandfrei funktioniert. Man vermutet keinen Flaschenhals, sondern eine Verstopfung.

Und dann geht alles schnell: Mit einer Kamera spürt man am selben Tag den Verursacher auf, und schon am Dienstag soll die Verstopfung mit Druckspülung aufgelöst werden, „notfalls müssen wir baulich nachbessern.“ Der Stadtsprecher sichert ebenfalls zu, dass die übrigen Mängel von der beauftragten Baufirma nachgebessert werden. Die Stadt sei darum bemüht, so Wiebels, „sonst werden wir die Straße nicht abnehmen“.