Anwohner gegen Bauland an der Talstraße in Dümpten

Hinterland zu Bauland: Hier an der Talstraße will die Stadt einen Rahmen setzen für eine lockere Wohnbebauung.
Hinterland zu Bauland: Hier an der Talstraße will die Stadt einen Rahmen setzen für eine lockere Wohnbebauung.
Foto: WAZ FotoPool
Anwohner sind gegen neu ausgewiesenes Bauland an der Talstraße in Dümpten. Die Nachbarn klagen über geflutete Keller bei Starkregen. Es sei gar schon eine Waschmaschine halb mit Fäkalien vollgelaufen. Die Medl bestätigt: Das Kanalsystem vor Ort ist nicht mehr zeitgemäß.

Mülheim.. Die Stadt wird in die Planungen für eine Hinterlandbebauung im Südosten der Talstraße in Dümpten einsteigen, unter anderem für das Areal der ehemaligen Gärtnerei Elsner. Mit einem amtlichen Bebauungsplanverfahren will sie sicherstellen, dass Investoren vor Ort nicht derart verdichtet bauen, wie es im Reihenhaus-Umfeld vor Jahrzehnten geschehen ist – und laut Stadtplanungsamt von Bauwilligen schon als Wunsch geäußert worden ist.

Das Bebauungsplanverfahren hat die Politik jüngst einstimmig (bei zwei Enthaltungen) eingeleitet. Planungsamtschef Jürgen Liebich versprach ein „transparentes Verfahren“ – wohl auch mit Blick auf die Kritik der Anwohnerschaft. Einerseits sieht diese keine Möglichkeiten, das künftige Bauland ohne Nachteile für die Nachbarschaft zu erschließen. Andererseits halten Anwohner den Kanal vor Ort schon heute für untauglich. Zusätzliche Anschlüsse seien nicht vertretbar.

Schon in den 90er-Jahren Stadt auf Probleme aufmerksam gemacht

Anwohner Werner Wanicki spricht nach eigener Aussage für rund 20 Eigentümer aus der Nachbarschaft. Er beklagt, dass bei zunehmenden Starkregenfällen stets die Keller vollliefen. Bei einem Nachbarn sei über das Ablaufrohr gar die halbe Waschmaschine voll Fäkalien gelaufen. In den 90er-Jahren habe man die Stadt schon auf die Probleme im Kanalnetz aufmerksam gemacht; da habe es nur geheißen, man habe kein Geld für einen Kanalausbau. „Hier darf nicht noch eine einzige Klospülung dran“, sagt Wanicki. Selbst durch Einbau von Rückstauklappen und neuen Senken hätten Hauseigentümer die Probleme nicht in den Griff bekommen. „Dann kommt das Wasser durch die Keller- oder Eingangstür.“

Medl-Geschäftsführer Gerd Bachmann bestätigt die Probleme mit unzureichend groß dimensionierten Kanälen vor Ort, „wie an vielen anderen Stellen in der Stadt“. Über Hausanschlüsse dürfe bei vorhandenen und funktionstüchtigen Rückstauklappen dennoch kein (Ab-)Wasser in die Häuser dringen. Eine Kanalerneuerung in der Talstraße ist im Investitionsprogramm für die kommenden Jahre nicht vorgesehen. Das Gebiet ringsum sei gerade in der Untersuchung.

Stadt will aufgelockerte Bebauung

Die Entwässerung wird natürlich auch Thema sein im nun in Gang gesetzten Bebauungsplanverfahren. Die Stadt will eine aufgelockerte Bebauung, keine Reihen- oder Mehrfamilien-, sondern eher Doppelhäuser mit geschützter Grünfläche samt Bachlauf.

 
 

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