Anwohner befürchten Gefährdung der Brut durch Arbeiten

Laut der Bezirksvertreterin Britta Stalleicken wurde ein zu breiter Streifen neben den Waldwegen mit schwerem Gerät geräumt.
Laut der Bezirksvertreterin Britta Stalleicken wurde ein zu breiter Streifen neben den Waldwegen mit schwerem Gerät geräumt.
Foto: Britta Stalleicken

Mülheim.. Besorgte Holthausener beschwerten sich Ende Mai über massive Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät, die im kleinen Wäldchen zwischen der Oberen Saarlandstraße (B1) und der Tilsiter Straße stattfanden, bei der Bezirksvertreterin der Grünen, Britta Stalleicken. Waldtiere und brütende Vögel seien durch die Arbeiten gefährdet, klagten sie. Im fortgeschafften Totholz hätte sich Kleingetier wie Vögel und Igel befunden. „Die Bürgerinnen und Bürger waren aufgelöst. Sie haben beobachtet, dass dort Vögel brüten“, sagt Stalleicken

Pfingststurm „Ela“ hatte in dem Waldstück ganze Arbeit geleistet und nahezu alle Bäume umgerissen oder beschädigt. Mittlerweile habe die Stadt das Areal aufgeräumt, so Stadtsprecher Volker Wiebels. Das verwertbare Holz sei verwertet worden, Totholz zunächst liegen geblieben. Dieses musste aber Ende Mai entlang der Wege von einer Fremdfirma geräumt werden, um die Wege nun ordnungsgemäß wiederherstellen zu können, so Wiebels.

Wegeverbindungen sollen im Juli wiederhergestellt werden

Bei der Besichtigung der Waldes mit Oberförster Dietrich Pfaff stellte Stalleicken fest, dass die massiven Eingriffe mit schwerem Gerät weit tiefer als die von der Oberförsterei in Auftrag gegebenen 1,5 Meter in den Wald hinein reichten. Sie sagt, Oberförster Pfaff habe auf ihre Intervention hin die Arbeiten umgehend einstellen lassen.

Stadtsprecher Wiebels bestätigt die Beendigung der Arbeiten, betont aber, diese seien zum Ortstermin-Zeitpunkt bereits abgeschlossen gewesen. In dem niedrigen Gehölz habe laut Dietrich Pfaff sicher kein Vogel gebrütet. Die seien eher auf höhere Bäume in anliegende Gärten ausgewichen, so Wiebels. Auch habe sich der Oberförster mit der städtischen Artenschutzbeauftragten getroffen, die sämtliche Arbeiten für unbedenklich hielt. Fortgeführt werden die Arbeiten im Juli mit der Wiederherstellung der Wegeverbindungen in diesem und weiteren sturmgeschädigten Waldstücken. Innerhalb von 14 Tagen solle die Fremdfirma die Arbeiten abschließen, erklärt Wiebels. Dafür werden die Wege aufgefräst, Löcher mit Schotter gefüllt und eine wassergebundene Decke hergestellt. „So entsteht das alte Wegeprofil in neuer Form“, so Wiebels. An der Wegeführung ändere sich nichts. Der Wald werde „in einer Art Selbstverjüngung“ sich selbst überlassen.

Britta Stalleicken sagt: „Ohne jemand unter Generalverdacht stellen zu wollen, zeigt dieser Fall, wie wichtig die Aufmerksamkeit der Bürger ist. Ich kann deshalb nur alle ermutigen, sich bei derlei Vorfällen umgehend an die Politik zu wenden.“

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