Am Flughafen Essen-Mülheim könnte Flüchtlingslager entstehen

Auf dem Areal des Flughafens Essen/Mülheim sieht Essens OB Reinhard Paß Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen.
Auf dem Areal des Flughafens Essen/Mülheim sieht Essens OB Reinhard Paß Möglichkeiten zur Unterbringung von Flüchtlingen.
Foto: www.blossey.eu
Könnten auf dem Gelände des Flughafens Essen-Mülheim bald Flüchtlinge untergebracht werden? Essens OB Pass präsentierte diesen Vorschlag dem Land NRW.

Mülheim/Essen. Entsteht auf dem Flughafen-Gelände eine Zeltstadt für Flüchtlinge? Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß hat das Areal gegenüber dem Land ins Gespräch gebracht. In Mülheim zeigt man sich überrascht.

Paß hat das Gelände dem Land vorgeschlagen, nachdem das NRW-Wirtschaftsministerium sämtliche Messegesellschaften in NRW – so auch Essen – angesprochen und angefragt hat, ob in den Hallen oder auf Parkplätzen für die nächsten sechs Monate Flüchtlingszelte aufgestellt werden könnten. Paß, Aufsichtsratsvorsitzender der Messe Essen, hält das für keine gute Idee und sieht am Flugplatz eher Chancen. „Wir reden allerdings zunächst nur über eine Prüfung, beschlossen ist nichts.“

Das Land – neben den Städten Essen und Mülheim zu einem Drittel an der Flughafen-Gesellschaft beteiligt – ist offensichtlich nicht abgeneigt. Beim Flughafen-Geschäftsführer in Mülheim, Günther Helmich, ging bereits eine Anfrage des Landes ein. Tenor des Gespräches: Halten Sie eine Zeltstadt auf dem Gelände für machbar?

Keine prompte Antwort

Eine prompte Antwort hat Helmich nicht parat. Bisher sei über das Thema in der Mülheimer Stadtspitze noch nicht geredet worden. Nächste Woche findet beim Innenminister ein Gespräch mit Vertretern der NRW-Städte statt, bei dem es um die weitere Unterbringung von Flüchtlingen gehen soll, Mülheim ist dabei vertreten. Der Flughafen-Geschäftsführer zeigt sich von der Anfrage des Landes überrascht: „Es ist ein sehr schwieriges Thema. Eine Zeltstadt würde dort mit anderen Nutzungen kollidieren“, sagt er und betont: „Die Sicherheit des Flugbetriebes hat oberste Priorität.“ Und: Die dort ansässigen Firmen auf den Mülheimer Gebiet – darunter unter anderem die WDL mit dem Luftschiff, eine Flugschule und der Hubschrauber-Betrieb Aveo-Air – dürften nicht eingeschränkt werden.

Für Paß liegt der Vorteil auf der Hand: „Wir haben dort genügend Platz, ohne dass der Flughafenbetrieb eingeschränkt werden müsste.“ Das zeige die demnächst geplante kurzzeitige Nutzung eines Teils des riesigen Areals für das Rüttenscheider Oktoberfest. Weiterer Vorteil: „Wasser und Strom sind nach Ende der Veranstaltung bereits vorhanden und könnten weiterverwendet werden.“ Dabei denke Paß keinesfalls daran, Flüchtlinge nach der Oktobergaudi im Festzelt unterzubringen.

Helmich bewertet die Infrastruktur dagegen kritisch, abgesehen davon, dass der Flugbetrieb durch Zäune weiträumig abgeschirmt werden müsste. „Wir haben auf dem Gelände viel Platz, viel grüne Wiese, aber eine Infrastruktur mit Ver- und Entsorgung sowie Elektrizität nur in einem sehr begrenzten Bereich.“ Ebenso wie ein fester Untergrund müsste dies für ein Flüchtlingslager erst aufwendig geschaffen werden. Auch das Gelände, wo das Oktoberfest stattfindet, ist noch nicht erschlossen.

 
 

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