Alter MVG-Chef kritisiert Buslinien-Konzept der Gutachter

Von Müller-Menden fährt die 151 direkt in die Stadt. Noch . . .
Von Müller-Menden fährt die 151 direkt in die Stadt. Noch . . .
Foto: Tobias Appelt / WAZ FotoPool

Mülheim.  Ein alter MVG-Hase, der ehemalige MVG-Betriebsleiter Werner Foerster-Baldenius (1986-2001), meldet sich in der Debatte um die Zukunft des Mülheimer Busliniennetzes zu Wort. Er kritisiert die Vorstellungen des Gutachterbüros „StadtVerkehr“ aus Hilden.

„Dass einige Haltestellen und Linienäste nur geringe Fahrgastzahlen aufweisen“, so Foerster-Baldenius, „ist nichts Neues.“ Was dabei gerne übersehen werde, sei der Grund für die Einrichtung der jeweiligen Linie. So sei die Linie 132 im Jahr 1975 als Folge der Eingemeindung Mintards nach Mülheim geschaffen worden. „Die Verantwortlichen wussten damals, dass keine großen Fahrgastströme zu erwarten waren“, schrieb der ehemalige MVG-Betriebsleiter jetzt der WAZ. Die Führung der Linie 132 zur Kattowitzer Straße wiederum sei eine Folge der Stadtbahn-Eröffnung 1979, als die durchgehenden Linien zur Stadtmitte ab Heißen Kirche gekappt worden seien.

„In allen Fällen war das Ziel, den Bürgern das Erreichen der Innenstadt zu ermöglichen“, so Foerster-Baldenius. „Natürlich sind seinerzeit auch manche Linienführungen Bürgerwünschen folgend eingerichtet worden, bei denen mehr die Daseinsvorsorge als die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund standen. Dies gilt zum Beispiel für die Linien zum Hafen, zur Boverstraße und ins hintere Speldorf. Man muss sich entscheiden, ob man nur wirtschaftlich oder für die Bürger fahren will – letzteres ist etwas teurer.“

Andererseits, so Foerster-Baldenius, sei Mülheim zu klein, um auf dem Wege zwischen Vorort und Innenstadt umzusteigen – „die Reisezeit wird dadurch vollends unattraktiv“, kritisiert er die Gutachter-Meinung, künftig keine Direktverbindungen von Raadt, Menden und Mintard mehr in die City anzubieten.

 
 

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