Alte Haustierrassen werden im Witthausbusch heimisch

Die sechs kleinen Ziegen, zwei Mal Drillinge, sind zwei Wochen alt und sorgen für viel Spaß bei Jan Landwehr und Gaby Schulten.
Die sechs kleinen Ziegen, zwei Mal Drillinge, sind zwei Wochen alt und sorgen für viel Spaß bei Jan Landwehr und Gaby Schulten.
Foto: WAZ FotoPool

Mülheim. Im Tiergehege im Witthausbusch ist viel los: Dafür sorgen auch die sechs zwei Wochen alten Ziegen, die derzeit alles erkunden. Und Sylvia Waage, Leiterin des städtischen Grünflächenmanagements, und ihr Team haben noch mehr für dieses Jahr geplant.

Neue Bewohner sollen einziehen. Sie heißen Weiße Gehörnte Heidschnucke, Meißner Widder oder Walliser Schwarznasenschaf. Was sich dahinter verbirgt? Alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen. Diese sollen im Tiergehege ein neues Domizil finden.

Umbau des Außengeheges

Damit das Vorhaben umgesetzt werden kann, ist man auf Spenden angewiesen, da die Unterhaltung des Geheges nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben zählt. In den Jahren 2010 und 2011 kamen über 68.000 Euro zusammen, etwa durch Tierpatenschaften – aktuell sind es 192 – und die Bürgerstiftung.

Die nächste große Maßnahme ist der weitere Umbau des Außengeheges. Eine naturnah gestaltete Wasserfläche, Rasen statt blanke Erde. Wann mit den Arbeiten begonnen wird, hänge vom Wetter – und den Spenden – ab. Nach der Umgestaltung sollen die neuen Tiere einziehen. Ein Schild am Zaun kündigt sie bereits an.

So klebt beispielsweise unter dem Bild des Walliser Schwarznasenschafs, das ganz in Weiß mit schwarzer Nase und schwarzen Beinen über eine Wiese läuft, der Verweis „demnächst“. „Die Besucher fragen schon, wann die neuen Tiere kommen“, sagt Tierpflegerin Gaby Schulten. Die bisherigen Tiere werden nach und nach gegen die neuen ausgetauscht und an andere Tiergehege abgegeben.

"Grünes Klassenzimmer" geplant

Neben den neuen Bewohnern ist Weiteres in Planung: Bereits im Rohbau ist das Gebäude, in dem bald auch ein „Grünes Klassenzimmer“ unterkommen wird. Die Zugänge sind behindertengerecht. Kinder im Grundschulalter sollen hier Wissenswertes über die vom Aussterben bedrohten Haustierrassen lernen.

„Wir wollen das Konzept auch ausdehnen auf die Flora und Fauna im Witthausbusch“, erklärt Waage. Gemeinsam mit anderen Organisationen, wie der Klimaschutzinitiative, will sie ein umfassendes pädagogisches Konzept ausarbeiten. Neben dem Artenschutz ist es Waage ein Anliegen, dass die Kinder ein Bewusstsein für Nutztiere und Lebensmittel entwickeln.

Abhängig vom Spendenaufkommen sollen in diesem Jahr im Tiergehege im Witthausbusch unter anderem Pflasterarbeiten im Besucherbereich durchgeführt werden, eine Sichtschutzhecke gepflanzt, der Geflügelstall ausgebaut und ein weiteres Außengehege angebaut werden.

 
 

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