Aldi Süd: Kundin findet absurdes Angebot – so rechtfertigt der Discounter die Aktion

Aldi Süd hat eine Kundin mit einem Prospekt sehr wütend gemacht.
Aldi Süd hat eine Kundin mit einem Prospekt sehr wütend gemacht.
Foto: imago images/Schöning

Jede Woche gibt es neue Prospekte von Aldi Süd, in denen Aktionen, Angebote und Rabatte vorgestellt werden. Doch nicht immer kommen die so gut an bei den Kunden. Manche sorgen sogar für Verwirrung und Wut.

So ist es nun einer Kundin ergangen, die einen Prospekt von Aldi Süd durchstöbert hat. Sie stieß dabei auf die Seite mit den Fleischangeboten.

Aldi Süd mit merkwürdigem Angebot in Prospekt

Genauer gesagt geht es ihr um das angebotene „Kasseler Kotelett“ und die „Dicke Rippe“ des Herstellers Meine Metzgerei. Diese Sorten wurden in dem Prospekt für 2,99 Euro für jeweils 700 Gramm angeboten. Ein Preis, der angesichts der Menge an Fleisch, sehr gering erscheint. Okay, Aldi Süd markiert ihn auch mit einem Rabatt von 25 Prozent.

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Dennoch, die Kundin wird stutzig. Und schaut genauer hin. Denn auf den zweiten Blick ist zu sehen, dass das Fleisch aus der Haltungsform 1, absoluter Stallhaltung, stammt. Gleichzeitig wirbt Aldi Süd aber dafür, dass 6,25 Cent pro verkauftem Kilo Schweinefleisch an die Intitiative Tierwohl fließt.

Für die Kundin absolut unverständlich, wie das Angebot mit der Tierwohl-Initiative einher gehen kann. Schließlich ist die Haltungsform 1 gerade mal der gesetzliche Mindestanspruch an die Massentierhaltung: 0,75 Quadratmeter Platz für das Schwein, kein Tageslicht, eine bewegliche Kette mit zum Beispiel einem Stück Holz zum Beschäftigen.

Haltungsform 1 ist der gesetzliche Mindestanspruch an Massentierhaltung

Zum Vergleich: Bei der Haltungsform 4, Premium, hat das Schwein ständigen Zugang zum Auslauf oder Freilandhaltung, es hat zum Beispiel Stroh zum beschäftigen und wälzen, es hat mindestens 1,5 Quadratmeter Platz und bekommt Futter aus der Region.

Aldi Süd hat eine Erklärung, warum mit einem Fleischprodukt, das ganz und gar nicht dem Tierwohl entspricht, genau dieses gefördert wird.

„Insgesamt bietet ALDI SÜD den Verbrauchern Produkte jeder Haltungsstufe an und arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung der Tierhaltungsbedingungen in Deutschland. Derzeit machen die Stufe 1 und Stufe 2 der Haltungsform den Großteil unseres Frischfleisch-Sortiments aus. Dabei erhöhen wir kontinuierlich die Anzahl der Produkte aus Haltungsform Stufe 3 und 4. Da wir unser Angebot stets nach den Wünschen und der Nachfrage unserer Kunden ausrichten, spiegeln die Anteile der jeweiligen Haltungsstufen somit auch diese Nachfrage wider.“

Aldi Süd schiebt die Verantwortung dem Kunden zu

Heißt im Klartext: Der Kunde beeinflusst, was der Discounter anbietet. Wer also will, dass es den Tieren etwas besser geht als in Haltungsform 1 oder 2, hat die Macht, dies zu beeinflussen. Aber ob er das Geld dafür auch bezahlen will?

Und auch diesen Trend sieht Aldi Süd. Denn die Produkte der Firma „Fair & Gut“ erfüllen zumindest die Haltungsform 3, „Außenklima“. Damit sei der Discounter „auf dem richtigen Weg, wie sich im Dialog mit den Kunden zeigt.“

Die Kundin sieht die Werbung dennoch kritisch. „Das als Tierwohl zu bezeichnen, ist schon mehr als frech. Ich befürchte nur, dass nicht wenige eurer Kunden darauf hereinfallen.“ (fb)

 
 

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