Aldi kündigt besondere Zusammenarbeit an – sie könnte einen jahrelangen Discounter-Streit beenden

Aldi Süd hat große Pläne – und überrascht mit einer Art Friedensangebot. (Symbolfoto)
Aldi Süd hat große Pläne – und überrascht mit einer Art Friedensangebot. (Symbolfoto)
Foto: Sina Schuldt/dpa

Regionale Nahrungsmittel sind seit einigen Jahren gefragt wie nie bei den Verbrauchern. Das hat auch Aldi Süd schon lange verstanden.

Deswegen baut der Discounter Aldi Süd sein regionales Sortiment noch weiter aus. Und grätscht nun in eine Nische, in der es vor Jahren von der dort führenden Branche noch einen Shitstorm gegeben hätte.

Aldi Süd geht nun Zusammenarbeit mit Bäckern ein

Es geht dabei um Backwaren. Zwar gibt es Brötchen, Teilchen und Brot bereits bei Aldi Süd zu kaufen. Sehr zum Unmut der Bäcker, die immer wieder genervt waren von den Billig-Brötchen, die bei den Kunden aber gut ankamen.

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Das ist Aldi:

  • Aldi Nord und Aldi Süd sind zwei separate Unternehmensgruppen
  • Aldi steht für Albrecht Diskont: In 1913 machte sich Karl Albrecht in Essen als Brothändler selbstständig
  • In 1962 wurde der Familienbetrieb zu einem reinen Discounter umfunktioniert und hat den heutigen Namen „Aldi“ gekriegt
  • Die Trennung in Nord und Süd erfolgte in 1961
  • Mittlerweile zählt Aldi zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit

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Nun will Aldi Süd das Konzept verändern und auch in diesem Bereich auf regionale Produkte setzen. Und dabei gleichzeitig mit regionalen Bäckern zusammenarbeiten, anstatt in der maschinellen Produktion alles herstellen zu lassen.

Aldi: Bis 2021 sollen 1000 Filialen mitmachen

Unter dem Motto „Lecker vom regionalen Bäcker“ gibt es deswegen ab sofort frische Backwaren von lokalen Bäckern an, wie Watson berichtet.

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In 27 Regionen und 700 Filialen läuft das Programm schon, bis 2021 sollen 1000 Aldi-Süd-Filialen ins Programm aufgenommen werden. Insgesamt gibt es rund 1900 der Discounter-Filialen.

Dabei soll sich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht groß verändern,so Aldi Süd gegenüber DER WESTEN: „Unser Anspruch ist es, unseren Kunden Produkte immer zum besten Preis-Leistungsverhältnis anzubieten. Diesen Anspruch haben wir auch im Bereich Backwaren, so dass sich unsere Kunden auf unser Preisversprechen verlassen können.“

Aldi: Großer Streit dürfte nun beigelegt werden

Die Bäcker liefern das bereits fertig gebackene Brot, die Brötchen oder den Berliner an, Aldi Süd verkauft die Lebensmittel in seinen Filialen. So wird auf lange Sicht vermutlich ein Streit beigelegt, der jahrelang zwischen Aldi Süd und der Bäckerzunft schwelte.

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Denn die Bäcker störten sich an den Backstationen des Discounters und vor allem an dem „frisch gebacken“- Label, das Aldi den Produkten aufdrückte.

Durch die Zusammenarbeit dürfte diese Kritik sich nun erledigen. (fb)

 
 

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