Aldi: Kunde schaut ins Fleischregal und motzt los – „Schäm' dich, Aldi!“

Ein Aldi-Kunde hat das Fleisch im Kühlregal unter die Lupe genommen. (Symbolbild)
Ein Aldi-Kunde hat das Fleisch im Kühlregal unter die Lupe genommen. (Symbolbild)
Foto: imago images

Wut bei einem Aldi-Kunden. Ein Blick ins Fleischregal des Discounters brachte ihn zur Weißglut. Der Kunde untersuchte eine Rindfleisch-Packung ganz genau. Als er sah, wo das Fleisch herkam, war er fassungslos.

Jetzt wandte sich der Kunde über Facebook an Aldi. Doch ist seine Kritik berechtigt? Mitnichten, kontert der Discounter-Riese.

Aldi: Kunde schaut sich das Fleisch an und fällt vom Glauben ab

Im letzten Moment vor dem Kauf musste der Kunde mit Schrecken feststellen, wo ein von Aldi angebotenes Rindfleisch wirklich herkommt. Der Mann scannte den Verkaufscode der „Rindersteaks - Südamerikanische Steaks aus der Hüfte“, dann fiel er vom Glauben ab.

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Der Vorwurf: Das Fleisch stamme aus der Stadt Araguari in Brasilien und damit „aus gerodeten Urwaldgebieten Brasiliens“, wie der Mann schreibt. Er reagiert deshalb sauer und schreibt weiter: „Wir haben 2020 und die Chefeinkäufer von Aldi haben nichts besseres zu tun, als mit Billigfleisch aus Brasilien den Urwald weiter mitzuvernichten!“ „Ich verabscheue und verurteile diese Ignoranz aus Profitgier zutiefst!“, sagt er schließlich.

Ein Blick auf die Landkarte verrät allerdings: Die Beschwerde des Kunden ist in diesem Fall unberechtigt. Denn die Stadt Araguari liegt keinesfalls im Regenwald, sondern hunderte Kilometer davon entfernt. Auch Aldi stellt dies in einem Statement gegenüber dieser Redaktion klar.

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Angebot entspricht nicht Aldis Konzept

Den Fleisch-Hersteller „Steakfriends“ bezeichnet er deshalb als „Rain Forest Enemies“ also „Regenwald-Feinde“. Und Aldi werbe eigentlich für Nachhaltigkeit, der Discounter verkauft allerdings Fleisch, für das mutmaßlich Regenwald abgeholzt wurde. Der Kunde hat somit eine klare Nachricht: „Schäm' dich, Aldi!“

Auch andere Facebook-Nutzer teilen die scharfe, wenn auch unberechtigte Kritik:

  • „Bitte beachtet auch, dass das Fleisch aus anderen Ländern aber mit Soja aus Brasilien erzeugt wird. Das ist halt auch nicht besser, daher eigentlich gar kein Fleisch mehr bzw. nur aus Herkünften die nicht zufüttern mit Soja aus Brasilien etc. !“
  • „Aldi ist nur einer von sehr vielen Massen-Abnehmern... Der Bürger, oder besser "Konsument", ist so krachdämlich und blöd, dass ihn die Herkunft über mehrere tausend Kilometer mit allem drum und dran kaum interessiert.“
  • „Wer bei Aldi kauft, ist selber Schuld.“
  • „Abgepacktes Fleisch vom Discounter würde ich eh niemals kaufen. Gehe lieber zum Metzger oder Hofladen meines Vertrauens! Unfassbar sowas.“
  • „Gar kein Fleisch zu essen ist die bessere Alternative. Es ist nicht relevant, woher das Fleisch kommt. Das Tier ist relevant. Da gäbe die Diskussion erst gar nicht.“

Aldi wehrt sich gegen Vorwürfe

Auf Anfrage von DER WESTEN erklärt Aldi zu der Beschwerde des Kunden: „Unsere Lieferanten sind dazu verpflichtet, Rohware aus Zuchtbetrieben zu beziehen, die bestätigen, dass zur Aufzucht der Rinder keine neuen Tropenwaldflächen gerodet wurden. (...) Auch unser Lieferant hat uns bestätigt, dass die entsprechende Ware nicht aus Regionen stammt, die von der Regenwald-Abholzung betroffen sind.“

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Abholzung des Regenwaldes:

  • Regenwald ist gigantischer Kohlenstoffspeicher und damit von großer Bedeutung fürs Weltklima. Zudem leben dort zehn Prozent aller Tier- und Pflanzenarten
  • 2019 verschwand jede sechs Sekunden eine Fläche in der Größe eines Fußballfeldes
  • Besonders stark von Abholzung betroffen: Brasilien

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Zu der Konfrontation von Aldi gegenüber seinem Konzept zur Nachhaltigkeit wehrt sich der Discounter. So heißt es: „Den Bezug von bedrohten Holzarten und Holz aus besonders schützenswerten Wäldern schließen wir aus.“ Ausnahme seien Rohstoffe aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft.

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