Ärzte in den Turm?

Tengelmann-Gebäude, Ecke Ruhrstraße/Leineweberstraße Foto: Roy Glisson
Tengelmann-Gebäude, Ecke Ruhrstraße/Leineweberstraße Foto: Roy Glisson
Foto: WazFotoPool

Mülheim. Ärztezentren liegen im Trend, sie sollen niedergelassenen Medizinern in Zeiten der Fallpauschalen bei Betriebs-, Verwaltungs- und Sachkosten sparen helfen. Neue Ärztezentren waren in Mülheims Innenstadt schon vielerorts im Gespräch, jetzt ist laut Eigentümer auch das ehemalige und leerstehende Tengelmann-Verwaltungsgebäude an der Leineweberstraße im Visier einer Ärzte-Gruppe.

Tobias Rothgang, Geschäftsführer der Haub Immobilien Service GmbH, bestätigte entsprechende Gespräche nun der WAZ. Das Bürogebäude ist seit Ende 2010 leergezogen, der dort bis zuletzt untergebrachte Geschäftsbereich Immobilien der TengelmannHolding war seinerzeit aufgelöst und an andere Abteilungen aufgeteilt worden.

Seit längerer Zeit schon läuft eine Fassadensanierung an der Immobilie. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits zum letzten Jahreswechsel abgeschlossen sein, doch heute noch ist am Arkadendurchgang zur Schloßbrücke eine Baustelle eingerichtet, ohne dass sich seit Monaten etwas tut.

Abschlüsse mit Medizinern noch nicht erreicht

Dies lag laut Rothgang daran, dass sich Haub Immobilien nicht einig wurde mit der Stadt über eine Beteiligung an den Kosten zur Herrichtung des öffentlichen Fußweges. Nun, da die Stadt bereit sei, eine niedrige fünfstellige Euro-Summe beizusteuern, würden die Arbeiten aber zeitnah angegangen. Die Baustelle werde bis Ende Juli verschwunden sein, so Rothgang.

1500 m2 Bürofläche stehen im zuletzt 1993 umgebauten Gebäude zur Verfügung. Ein Maklerunternehmen soll Haub Immobilien einen Mieter beschaffen. Laut Rothgang hatte es mal Interesse der Stadt gegeben, die habe sich aber anders entschieden.

Nun gebe es noch Gespräche mit Interessenten, die sich vorstellen können, in direkter Nachbarschaft zu Ruhrbania ein Ärztezentrum aufzubauen. Die Gespräche mit den Medizinern seien indes noch entfernt von einem Abschluss, schließlich seien möglicherweise erhebliche Umbauten nötig. Bei Abschluss eines Zehnjahresvertrages, so Rothgang, steige natürlich auch noch mal die Bereitschaft, in die Immobilie zu investieren.

Mietvorstellungen von Investoren und Ärzten müssen sich noch annähern

Nebenan, auf den Ruhrbania-Baufeldern, plant eine weitere Ärzte-Gruppe bekanntlich noch etwas Größeres. Nach dem Scheiternder Mietpreis-Verhandlungen für ein Ärztezentrum „mit regionaler Zugkraft“ auf Baufeld 1 von Kondor Wessels hat die mittlerweile gegründete „Ärztehaus Planungsgesellschaft“ Baufeld 2 im Blick. Auf Baufeld 1 hatte man sich mit Kondor Wessels nicht über eine aus Sicht der Ärzte tragfähige Miete einigen können.

Mehr als 20 Mediziner wollen dort auf 4500 m2 unterkommen. Allerdings ist auch diesmal zu hören, dass sich die Mietvorstellungen von Investoren (MWB, Heine AG, Jochen Hoffmeister) und Ärzteschaft pro m2 noch aufeinander zubewegen müssen. Immerhin ist aus dem Kreis der Investoren zu hören: „Wir sind uns schon erheblich nähergekommen.“ Das Projekt werde wohl nicht an den Mietvorstellungen scheitern.

 
 

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