Abriss der Rampe Aktienstraße in Mülheim steht bevor

De Rampe von der Aktienstraße zur Konrad-Adenauer-Brücke in Mülheim wird abgerissen. Foto: Roy Glisson
De Rampe von der Aktienstraße zur Konrad-Adenauer-Brücke in Mülheim wird abgerissen. Foto: Roy Glisson
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Die Stadt lässt am kommenden Montag den Abriss der Rampe von der Aktienstraße auf die Konrad-Adenauer-Brücke einleiten. Insgesamt sind bis November erhebliche Beeinträchtigungen für den Verkehr, auch für Busse und Bahnen zu erwarten.

Mülheim. Achtung, Autofahrer! Für die nächsten gut vier Wochen, beginnend ab Montag, sollten diese ihren Navi für Fahrten durch Mülheim ausschalten, er führt nur in die Irre. Der Abriss der Rampe Aktienstraße wird den Verkehrsteilnehmern in Mülheim eine neuerliche Herausforderung bringen, punktuelle Verkehrsinfarkte zu Hauptverkehrszeiten sind nicht sicher auszuschließen.

Verkehrsprojekt läuft planmäßig

Das umstrittene Verkehrsprojekt „Ruhrbania– Los 2“, der komplette Umbau der Verkehrsinfrastruktur in der nordwestlichen City, kommt planmäßig voran. Nach dem Abriss der „Knastkurve“ (des sogenannten Overfly) in den Osterferien 2010 und den anschließenden Arbeiten rund um den Tourainer Ring samt Kreuzung mit der Friedrich-Ebert-Straße steht nun der Abriss der Rampe Aktienstraße an.

Montagmorgen um 7 Uhr werde sie für den Verkehr gesperrt, kündigt Horst Chluba an, seines Zeichens Abteilungsleiter Brückenbau in der Stadtverwaltung. In der nächsten Woche soll der Abriss vorbereitet werden. Schließlich wird das rund 250 Meter lange Konstrukt in drei Etappen von dem Spezialabrissunternehmen aus Osnabrück zerlegt, das auch bei der Ausschreibung für den Overfly-Abriss zum Zuge gekommen war und dort präzise den engen Zeitplan eingehalten hatte.

Der aktuelle Bauzeitenplan sieht vor, die Rampe von Osten kommend in Richtung Konrad-Adenauer-Brücke mit 60-Tonner-Spezialgeräten per hydraulischer Zangen und Meißel zu zerbröseln. 5000 Tonnen Stahlbeton sind abzutransportieren. Laut Chluba wird der Stahl zu Schotter recycelt, auch den kostbaren Stahl wird der Abbruchunternehmer zu Geld machen. So habe man die Kosten für den Abbruch bei 50 % der ursprünglichen Kalkulation halten können und sei nun bei 270 000 Euro, so Amtsleiter Klaus-Dieter Kerlisch. Überhaupt werde man das Ruhrbania-Los 2 mindestens 10 %, womöglich gar 15 % billiger als die kalkulierten 14 Mio Euro abschließen können.

Erhebliche Auswirkungen

Zurück zum Abbruch: Der beginnt am 18. April. In Woche 1 ist dafür eine Vollsperrung der Aktienstraße im Bereich zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Eisenbahnbrücke erforderlich. In Woche 2 (26. April bis 2. Mai) wird der Knotenpunkt Friedrich-Ebert-/Aktienstraße gesperrt, dazu für die Dauer von zwölf Stunden (möglichst nachts) auch die Rampe, die von Styrum kommend von der Friedrich-Ebert- Straße auf die Konrad-Adenauer-Brücke führt. Beide Rampen hängen zusammen und müssen getrennt werden. Als letztes (2. bis 12. Mai) wird die Ruhrstraße im Bereich des dann ehemaligen Brückenbauwerks nicht zu befahren sein.

Da dies alles erhebliche Auswirkungen auf die Verkehrsströme haben wird, hat die Stadt die Kernzeit der Bauarbeiten laut Kerlisch bewusst in die Osterferien gelegt, „da ist 40 bis 50 % weniger Lkw-Verkehr“ unterwegs. Und doch dürfte es durch die Umleitungen neuralgische Punkte geben, an denen zeitweilig ein Verkehrskollaps droht. Kerlisch selbst geht davon aus, dass es sich am Kreisverkehr der Eppinghofer Straße stauen könnte. Auch Umleitungen über die Schloßbrücke dürften für Probleme sorgen. Die Kreuzung am Berliner Platz ist heute schon zu den Hauptverkehrszeiten überlastet. Kerlisch jedenfalls appelliert an Ortskundige, den Baustellenbereich „möglichst großräumig“ (!) zu umfahren.

Die Umleitungen für die drei Phasen des Abrisses hier aufzuführen, würde den Rahmen der Zeitung sprengen. Die Leitung des Amtes für Verkehrswesen und Tiefbau versicherte am Freitag, man werde die ungewohnten Wege ausreichend beschildern. Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr sind unten auf dieser Seite beschrieben.

Maßnahmen laufen weiter

Kerlisch nutzte die Präsentation der Planungen am Freitag nochmals, um das umstrittene teure Stadtumbauprojekt zu verteidigen: „Viele waren überrascht, welcher Anblick sich ihnen nach dem Overfly-Abriss städtebaulich bietet.“ Der Amtsleiter betonte gleichzeitig, dass mit dem Abriss nun auch feststehe, dass damit die Tage der Styrumer Rampe gezählt seien. Deren Abriss war von der SPD im Vorjahr in Frage gestellt worden. „Da sich die Politik bis März/April aber nicht gemeldet hat, laufen die Maßnahmen weiter“, so Kerlisch.

Wie geht es weiter? Vom 2. Mai an verlegt die Medl in der Aktienstraße (zwischen Georg- und Bergischer Straße) einen Kanal. Mitte Juni soll der Ausbau der neuen T-Kreuzung Friedrich-Ebert-/Aktienstraße starten (inkl. neuem Gleiskreuz). Bis Ende November 2011 bleibt die Kreuzung dann gesperrt.

Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr

Nicht nur durch den Abriss der Rampe an der Aktienstraße, aber hauptsächlich dadurch kommt es in den Osterferien auch zu erheblichen Einschränkungen im Linienverkehr der MVG.

Die Straßenbahnlinie 104 aus Richtung Flughafen kommend endet an der Haltestelle Stadtmitte. Von dort in Richtung Essen geht es ab Stadtmitte weiter mit der Linie 102 bis zur Aktienstraße. Ab dieser Haltestelle fährt die Linie 104 wieder ihren gewohnten Linienweg in Richtung Essen. Dadurch entfallen für die Linie 104 die Haltestellen Rathausmarkt, Friedrich-Ebert-Straße und Feuerwache.

Die Anschlusszeiten der Straßenbahnlinie 104 an die Linie 102 verschieben sich in den Abendstunden um 15 Minuten nach hinten; werktags ab 21 Uhr und am Wochenende ab 19 Uhr zwischen den Haltestellen Aktienstraße und „Abzweig Aktienstraße“. Fahrgäste der Haltestelle Feuerwache sollen die Buslinien 124 und 133 nutzen. Dafür werden Ersatzhaltestellen auf der Sandstraße eingerichtet.

Bereits am 15. April fahren ab 20 Uhr Busse statt Bahnen zwischen den Haltestellen Friedrich-Ebert-Straße und „Abzweig Aktienstraße“.

Busse statt Bahnen fahren ab dem 26. April bis zum 1. Mai den gesamten Linienweg der Straßenbahnlinie 110. Dabei wird montags bis freitags im 30-Minuten-Takt gefahren. Die Abfahrtzeiten orientieren sich an den Wochenendzeiten.

Die Straßenbahnlinie 112 sowie der Nacht-Express NE 12 verkehren vom 15. April ab 22 Uhr wegen einer Gleis- und Kanalbaumaßnahme in Styrum nur zwischen den Haltestellen Kaiserplatz und Sültenfuß. Der Schienenersatzverkehr Richtung Oberhausen Hbf, der zeitweise bis OB-Sterkrade verlängert wird, fährt ab „Sültenfuß“ (Linie 129).

Ab dem 26. April fährt der Schienenersatzverkehr durchgehend zwischen den Kaiserplatz und Oberhausen Hbf. Die Abfahrts-Haltestelle Kaiserplatz befindet sich an der Einmündung Leineweberstraße. Der Ausstieg befindet sich auf dem Dickswall an der gleichnamigen Haltestelle der Nacht-Express-Linie NE 3, Höhe Rosenhof.

Für alle Straßenbahnen wird die Haltestelle Rathausmarkt vom 26. April bis zum 1. Mai aufgehoben und zum Fahrbahnrand verlegt. Die Haltestelle Friedrich-Ebert-Straße wird in diesem Zeitraum nicht angefahren.

Die Linien 124 und 133 erhalten während der Ferien eine Zusatzhaltestelle im Be­reich der Haltestelle Feuerwache als Ersatz für die gleichnamige Haltestelle der Linie 104. In Richtung Stadtmitte wird die Haltestelle Seilerstraße der Nacht-Express-Linie NE 2 be­dient, für die Richtung Heidkamp wird eine Ersatz-Haltestelle (Sandstr.) eingerichtet.

Für die Linie NE 4 wird vom 16. April bis zum 1. Mai in beiden Fahrtrichtungen eine Umleitung eingerichtet. Haltestellen sind unberührt.

Bedingt durch Sanierungsarbeiten im Bereich Wickenburgstraße (Essen) fährt die U 18 in den Ferien zwischen Wickenburgstraße und „Heißen Kirche“ eingleisig. Es gilt auf der Linie U 18 der in den Ferien gültige 15-Min.-Takt.

 
 

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