Abenteuerreise - Mit dem selbstgebauten Rad von Essen bis zur Nordsee

Nach 320 Kilometer strampeln kamen Maik Schaper (l.) und Matthias Scheidig vergangenen Samstag mit ihren Cruisern in Norddeich an.
Nach 320 Kilometer strampeln kamen Maik Schaper (l.) und Matthias Scheidig vergangenen Samstag mit ihren Cruisern in Norddeich an.
Foto: privat
Der Mülheimer Maik Schaper und der Essener Matthias Scheidig fuhren mit zwei selbstgebauten Fahrrädern von der Essener Innenstadt bis zur Nordsee. 320 Kilometer mussten sie zurücklegen. Begleitet wurden sie dabei vom Motor-Magazin Karacho-TV, das aus dem Trip eine Doku macht.

Mülheim.. Eine Europalette, eine alte Eisenkette und zwei Männer mit einem Plan – vielmehr braucht es nicht für eine Abenteuerreise. Mit zwei selbstgebauten Fahrrädern, sogenannten Beach-Cruisern, fuhren der Mülheimer Maik Schaper und der Essener Matthias Scheidig von der Essener Innenstadt bis zur Nordsee. Nach einer Woche und 320 Kilometern kamen sie erschöpft, aber glücklich, an ihrem Ziel an.

Keine Frage, Maik Schaper tüftelt gerne. Der 32-jährige Garten- und Landschaftsbauer hat bereits einige Gefährte zusammengeschraubt. „Unter anderem eine rasende Bierkiste“, lacht der Speldorfer. „Der hab’ ich einen 160-Kubik-Motor verpasst, jetzt fährt sie 60 Sachen.“ Ihre Räder mussten die Jungs dagegen mit reiner Muskelkraft antreiben. „Das war manchmal ganz schön anstrengend.“ Immerhin: Die Gefährte wiegen etwa 50 Kilo – unbeladen.

Abgefahrene Räder entwerfen

Vor etwa anderthalb Jahren kamen sie auf die Idee, eigene, abgefahrene Räder zu entwerfen. Matthias, der als Illustrator auch für Motorradwerkstätten designt, und Maik, der handwerklich begabt ist, setzten sich dafür zusammen. Maik fand eine alte Krankette und verschweißte sie zu einem kunstvoll geschwungenen Rahmen. Räder, Sattel, ein Lenker aus zwei Axtstielen und ein Beiwagen aus einem alten Ölfass montierte er zum Cruiser. Eine Europalette, die Matthias im Lager fand, wurde ebenfalls zum Rad umfunktioniert. Immerhin: „300 Arbeitsstunden stecken da drin.“

Fahren die Dinger überhaupt?, lauteten Standard-Fragen, die Maik und Matthias von Freunden und Verwandten zu hören bekamen. „Um zu beweisen, dass sie sehr wohl fahren, haben wir uns entschlossen, die Tour zu starten.“ Auf einer Facebook-Seite („palette vs kette“) begeisterten sich schnell 300 Fans für das Projekt. Am 17. August ging’s dann vom Unperfekthaus aus los, parallel zur A 31, über Radwege und Hauptstraßen. Im Schnitt schafften sie 50 Kilometer am Tag, nachts dienten die Räder als Zelte. „Wir haben sie nebeneinander gestellt, Zeltstäbe zwischengeklemmt und Planen drüber geworfen.“ Zwischendurch mussten sie das ein oder andere Element der Räder reparieren. „Aber das war kein Problem.“ Der Muskelkater hat sich gelohnt: Eine Woche später kamen die beiden in Norddeich an.

Motor-Magazin machte aus Trip Doku

Begleitet wurden sie von einem Kamerateam des Motor-Magazin Karacho-TV, das aus dem Trip eine Doku macht. „Damit bewerben wir uns bei den Delphischen Spielen, einem internationalen Wettbewerb der Künste“, erklärt Andreas Kirsch, Produzent und Freund der Abenteurer. „Wir haben sie mit einem Van begleitet, durften aber nicht helfen. Auch als sie Pannen hatten, haben wir nur mit der Kamera draufgehalten.“

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen