21-Jährige lernt am St. Marien-Hospital Mülheim jungen Beruf

Laura Kiaukahilft auch während ihrer Ausbildung schon im OP-Saal mit.
Laura Kiaukahilft auch während ihrer Ausbildung schon im OP-Saal mit.
Laura Kiauka wird zur Chirurgisch-Technischen-Assistentin (CTA) ausgebildet.

Mülheim.. Wenn Laura Kiauka über ihre Ausbildung spricht, wird sie immer mal einiges erklären müssen: Die angehende Chirurgisch-Technische-Assistentin (CTA) ist die erste, die das Marien Hospital ausbildet in einem Beruf, den es erst seit 2007 gibt.

Die 21-jährige Duisburgerin begleitet den Chefarzt und sein Team bei der Visite, nimmt an Besprechungen teil, hat Patientenakten im Blick und erledigt (unter Aufsicht) Blutabnahme oder Verbandswechsel. Auch im OP-Saal hilft sie mit. Dr. Frank P. Schulze, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, lobt das Engagement der jungen Frau, die gerade im ersten Ausbildungsjahr ist. Theorie lernt Laura Kiauka an der Kaiserswerther Diakonie, die Praxis in Mülheim.

Ein/e CTA entlastet den Arzt im OP und auf der Station. Ziel ist es, dass Ärzte delegierbare Aufgaben an diese Fachkräfte abgeben können, erklärt Dr. Schulze, der sicher ist, dass sich Laura, wenn sie im September 2017 fertig ausgebildet sein wird, keine Sorgen um ihre Berufsaussichten zu machen braucht.

"Man wird da ganz schön in die Mange genommen"

Über das Berufsbild musste sich Laura Kiauka nach dem Abitur erst einmal informieren. Ein Medizinstudium im Blick, absolvierte sie mehrere Praktika im Krankenhaus. Auch in der Chirurgie, sozusagen als Härtetest. „Um zu sehen, ob ich überhaupt dafür geeignet bin“, berichtet sie. Klarheit hatte sie schon „nach dem zweiten Tag“. Dabei, erinnert sie sich, „hatte ich für mich die Chirurgie immer ausgeschlossen“. Das Krankenhausteam in Duisburg hat die junge Praktikantin aber behutsam, Schritt für Schritt an die Arbeit am OP-Tisch herangeführt. Und dann hat ihr das Praktikum am Ende so gut gefallen, dass sie sich so lange im Netz umtat, bis ihr die CTA-Ausbildung ins Auge fiel. Denn in einen Pflegeberuf, das wusste die zielstrebige junge Frau, wollte sie nicht. So absolvierte sie das ganztägige Bewerbungsverfahren erfolgreich – „man wird da ganz schön in die Mangel genommen, ob man auch die richtige Vorstellung vom Beruf hat“. Die hat sie wohl, denn Chefarzt Dr. Schulze ist voll des Lobes über seine junge Auszubildende, die so großes Interesse an der Arbeit zeige, viel frage und vor allem stets gut vorbereitet sei. In der Chirurgie gebe es einen Mangel an ärztlichem Personal, sagt er, und der Operateur brauche nun mal Unterstützung am OP-Tisch. Und nicht nur dort, sondern auch bei den vielen schriftlichen Tätigkeiten kann ein/e CTA den Arzt entlasten.

Laura Kiauka hat ihre Praxis in der Orthopädie schon hinter sich, die Anästhesie, Gynäkologie und Kinderchirurgie werden noch folgen, allerdings in Contilia-Häusern in Essen. „Man sollte von allem die Grundlagen kennen“, betont sie.

Dreijährige Ausbildung

Chirurgisch-technischer Assistenten (CTA) werden zum Beispiel jedes Jahr ab 1. September an der Kaiserwerther Diakonie in Düsseldorf ausgebildet. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Die Kaiserswerther Diakonie wurde 1836 vom evangelischen Pfarrer Theodor Fliedner und seiner Frau Friederike gegründet. www.kaiserswerther-diakonie.de

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