1920 Rentner mit Mini-Job

Immer mehr Rentner in Mülheim sind auf ein Nebeneinkommen angewiesen. Rund 1920 Menschen über 65 Jahre haben derzeit einen Minijob – das sind 80 Prozent mehr als noch vor zwölf Jahren. Diese Zahlen kritisiert die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und beruft sich dabei auf die Arbeitsagentur. Zugleich warnt sie vor einer Zunahme der Altersarmut.

„Ein Minijob ist für viele ältere Mülheimer die einzige Möglichkeit, um am Monatsende über die Runden zu kommen. Das darf aber nicht zum Normalfall werden“, sagt Peter Köster von der IG BAU Mülheim-Essen-Oberhausen. Die Politik müsse dringend gegensteuern und für eine Rente sorgen, die zum Leben reiche. „Wie das gehen kann, zeigen Erfahrungen aus den Betrieben – vom Tariflohn bis zur betrieblichen Altersvorsorge“, so Köster.

Kürzungen bei der gesetzlichen Rente sollten rückgängig gemacht werden, fordert Köster. Man könne nicht hinnehmen, dass über 70-Jährige Treppenhäuser putzen oder sich als Gärtner etwas hinzuverdienen müssten, obwohl sie Jahrzehnte gearbeitet hätten. „Wer 3000 Euro im Monat verdient, muss schon heute 26 Jahre lang in die Rentenkasse einzahlen, um später eine Rente an der Armutsgrenze zu bekommen – nämlich gerade einmal 760 Euro im Monat.“

 
 

EURE FAVORITEN