17 Festnahmen bei Großeinsatz gegen Rocker in Mülheim

An den Ein- und Ausgangsstraßen kontrollierte die Polizei Fahrzeuge und ihre Insassen – lange Staus bildeten sich in allen Stadtteilen
An den Ein- und Ausgangsstraßen kontrollierte die Polizei Fahrzeuge und ihre Insassen – lange Staus bildeten sich in allen Stadtteilen
Foto: Fabian Strauch / WAZ FotoPool
In einem Großeinsatz an gleich mehreren Stellen in Mülheim trat die Polizei am Dienstag in massiver Stärke gegen Rockerkriminalität auf. Die Beamten wollen den Krieg der Clubs unterbinden, bevor er um sich greift. Bis 23 Uhr hat es laut Polizei 17 Festnahmen gegeben.

Mülheim. Die Straßenbahn kommt nicht weiter – sie steht auf der Mellinghofer, Einmündung zur Bessemer Straße. Ihr Weg ist versperrt durch Einsatzfahrzeuge der Hundertschaften, auch eine Fahrspur in Richtung Innenstadt ist blockiert. 15, vielleicht 20 Polizisten in schusssicheren Westen umringen mit Maschinenpistolen bewaffnet zwei Männer, die mit ihren Oberkörpern an den Mannschaftswagen gedrückt sind. Einer der beiden Männer, die geschätzt Mitte 20 oder Anfang 30 sind, trägt Kleidung mit dem Em­blem der Rockerbande „Hells Angels“. Sie sind eine der ersten von mindestens 17 Verdächtigen, die die Polizei an diesem Dienstag festnimmt.

Polizei will Zeichen gegen Rockerkriminalität setzen

Über dem Stadtgebiet kreiste am Nachmittag ein Hubschrauber, an allen Einfahrtsstraßen in Richtung Innenstadt hatte die Polizei Kon­trollpunkte eingerichtet. Vereinzelt zogen die Beamten Fahrzeuge heraus, kontrollierten Kofferräume und die Personalien der Fahrer. Lange Rückstaus bildeten sich daher in nahezu allen Stadtteilen.

„Wir wollen ein deutliches Zeichen gegen Rockerkriminalität setzen“, erklärt Polizeisprecherin Tanja Horn. Dafür rückte die Polizei zahlreich aus, mehrere Hundertschaften waren im Einsatz. „Zudem alles logistische Material, was der Polizei zur Verfügung steht – Fahrzeuge, Hubschrauber, Hunde, Maschinenpistolen“, sagt Horn. Dabei nahmen die Beamten vor allem die Geschäfte rund um den Eppinghofer Kreisel ins Visier.

In allen Läden am Eppinghofer Kreisel die Hinterzimmer kontrolliert

„Die Beamten sind in alle Läden rein und haben die Hinterzimmer kontrolliert“, berichtet ein Ladenbesitzer, der sich zusammen mit einem seiner Kunden das Geschehen vorm Geschäft anschaut. „Klar haben die Rocker auch schon mal bei mir was gekauft“, berichtet er. Freundlich seien sie gewesen, ganz normale Kunden eben. „Aber hier läuft niemand in Kutte rum.“

Der Kunde berichtet: „Man sieht immer zwei Rocker, die mit ihren Motorrädern vor dem Internetcafé halten, meist kommen sie samstags oder sonntagabends.“ Von Drohungen hätten sie aber noch nichts mitbekommen. „Bedroht fühle ich mich jedenfalls nicht“, meint der Ladenbesitzer. Nur eine Schlägerei habe es neulich nebenan gegeben – und immer wieder diese Polizeikontrollen. „Im Moment ist hier ganz schön was los.“

Weitere Einsätze in den kommenden Tagen möglich

Der Großeinsatz mit Kontrollen und Festnahmen dauerte bis in die späten Abendstunden. Bis 20 Uhr habe es laut Polizei 14 Ingewahrsamnahmen gegeben, gegen 23 Uhr ist die Rede von 17 Festgenommenen. Auch in den kommenden Tagen könne mit weiteren Einsätzen gerechnet werden.

 
 

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