Zahl der Neubauvorhaben schrumpft

Neubaugebiet in Menden.  Archivfoto: Martina Dinslage
Neubaugebiet in Menden. Archivfoto: Martina Dinslage
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Menden.. Von einem Bau-Boom war das vergangene Jahr in Menden weit entfernt. Gegen den Trend ist die Zahl der Bauanträge gesunken. Kreisweit hingegen wurden 2011 mehr Bauanträge eingereicht als 2010. Die Bauverwaltung im Mendener Rathaus sieht in dieser Diskrepanz eine übliche Schwankung – aber auch schon die Folgen schrumpfender Einwohnerzahlen.

Der Grundstücksmarktbericht des Märkischen Kreises benennt die Entwicklung ziemlich deutlich: 2011 wurden kreisweit 12 Prozent mehr Bauvorhaben beantragt als im Vorjahr 2010. „Ausnahme ist die Stadt Menden mit einem Rückgang von 23 Prozent“, heißt es in dem Statistikpapier. Erfasst wurden Bauanträge für Wohngebäude und für Gewerbeimmobilien.

Dass in Menden schon seit Jahren die Zahl neuer Bauanträge schrumpft, zeigt der Blick auf den längerfristigen Trend von 2005 bis 2011: Innerhalb dieser sieben Jahre ist die Zahl der Bauanträge in der Hönnestadt von 414 pro Jahr auf 285 gesunken. Allein die Zahl der Wohnbauvorhaben halbierte sich nahezu von 222 auf 125.

Die Bauverwaltung im Mendener Rathaus ist sicher: Ein Mangel an Neubaugrundstücken kann nicht der Grund für diesen Trend sein. „Für Bauwillige stehen in unserer Stadt ausreichend Baugrundstücke zur Verfügung“, erläutert Birgit Huff – „auch in bevorzugten und ansprechenden Lagen“. Beispielhaft nennt sie die Gebiete „Hinterm Garten“ in Schwitten, „Abendsiepen“ in Halingen sowie Flächen am ehemaligen Eisenwerk Lendringsen, Auf der Haar und am Hellenkamp.

Die schrumpfende Bevölkerungszahl in Menden hat wohl schon eher etwas mit den rückläufigen Zahlen zu tun. Die Zahl der Einwohner hat sich von 2004 bis 2011 von 59 933 auf 55 160 verringert, so Birgit Huff. „In der bauinteressierten Altersgruppe der 28- bis 65-Jährigen ist die Zahl von 41 644 auf 28 437 gesunken.“

Im Bereich der Gewerbeimmobilien sieht die Bauverwaltung hingegen keinen klaren Abwärtstrend. Zwar ist auch die Zahl der gewerblichen Bauanträge von 2010 auf 2011 gesunken. Allerdings nur „vorübergehend“, wie Birgit Huff erklärt. Prinzipiell boome der Gewerbebau im Märkischen Kreis. Laut Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft (WSG) steigt die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Menden seit Ende 2010. „Aus den verschiedensten Gründen konnten geplante Projekte aber leider manchmal nicht realisiert werden – die konkret nachgefragte Fläche/Immobilie stand so in Menden nicht zur Verfügung, Finanzierungsprobleme usw.“ Eventuell seien 2011 abgeschlossene Verträge auch erst 2012 in einen konkreten Bauantrag gemündet.

Prinzipiell schwankt die Menge der Bauanträge ohnehin in den Städten des Märkischen Kreises. So machte die Zahl in Hemer 2011 einen regelrechten Sprung von 239 auf 351 (plus 37 Prozent). Auch Balve war mit plus 62 Prozent ein „Ausreißer“ nach oben. Neben den Bedingungen vor Ort spielen auch die Konjunktur und das Zinsniveau der Baukredite für potenzielle Bauherren eine Rolle.

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