Wohngrundstücke bleiben in Menden vergleichsweise teuer

Neubaugebiet in Schwitten. Gebrauchthäuser sind zurzeit allerdings begehrter als Baugrundstücke.
Neubaugebiet in Schwitten. Gebrauchthäuser sind zurzeit allerdings begehrter als Baugrundstücke.
Foto: WP

Menden..  Baugrundstücke und vor allem gebrauchte Wohnhäuser wechseln zurzeit fleißig die Besitzer. Mit 384 Kauffällen erreichte der Immobilienmarkt in Menden 2014 einen Sechs-Jahres-Rekord. Nach Angaben des Gutachterausschusses für Grundstückswerte wurden dabei 63,7 Millionen Euro umgesetzt. In diesen Zahlen sind neben den Wohnimmobilien auch Gewerbe-Immobilien enthalten. Menden ist im Vergleich zu anderen Städten im Kreis – Lüdenscheid und Iserlohn ausgenommen – ein teurer Flecken.

Umsatzsteigerungen

Der Gutachterausschuss zieht immer im Frühjahr eine Bilanz des Immobilienmarktes des vorangegangenen Jahres im Märkischen Kreis. Die Kernaussagen des diesjährigen Berichtes für das Kreisgebiet gelten auch für Menden als einzelne Stadt: hohe Umsatzsteigerungen, ein Rückgang der Neubauzahlen und wachsende Investitionen in Bestandsimmobilien. Damit setzt sich der Trend der Vorjahre fort. Wer für Immobilien Geld in die Hand nimmt, hat es auch in Menden überwiegend auf Gebraucht­häuser abgesehen.

Für die Durchschnittspreise von gebrauchten Häusern in Menden legt der Gutachterausschuss keine separaten Zahlen vor. Die Preise schwanken bei dieser Immobilienform allerdings je nach Baujahr, Größe und Zustand der Häuser. Bezogen auf den gesamten Kreis fanden die meisten freistehenden Ein- und Zweifamilienhäuser zu einem Preis zwischen 125 000 und 200 000 Euro neue Eigentümer. „Für 170 000 Euro bekommt man schon etwas Brauchbares“, erklärt Franz-Josef Gerwin vom Gutachterausschuss.

Auffällig ist dabei folgendes: Der Verkaufspreis von gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern liegt in der Regel rund 15 Prozent unter ihrem Sachwert, also unter jener Summe, die man für einen gleichwertigen Neubau bezahlen müsste. „Wir haben einen Käufermarkt“, sagt Gerwin. Diese Tatsache erklärt, weshalb viele Menschen auf dem Weg zum Eigenheim lieber gebraucht kaufen als neu zu bauen. „Bei einem Neubau geht in unserer Gegend nichts unter 250 000 Euro“, ergänzt Gerwin.

Wer neu bauen möchte, ist in Menden mit vergleichsweise hohen Baulandpreisen konfrontiert. In der Spitze kostete der Quadratmeter 190 Euro in Schwitten. Prinzipiell gab es den Quadratmeter in guten Mendener Lagen für 170 Euro, in mäßigen Lagen für 155 Euro und in schlechten Lagen für 125 Euro. Das Bauland kostet andernorts im Märkischen Kreis weniger Geld. Die günstigsten Baugrundstücke lagen laut Gutachterausschuss in Plettenberg (70 Euro).

Gewerbeflächen günstiger

Gewerbeflächen sind hingegen traditionell günstiger als Wohnbauland zu haben. In Menden stagniert der Preis seit 2010 bei 45 bis 58 Euro pro Quadratmeter. Das ist aber verglichen mit den anderen Kommunen der Region aber ebenfalls teuer.

Spitzenpreise erzielen in Menden übrigens auch landwirtschaftliche Flächen. 2,50 Euro kostet der Quadratmeter im Oberen Ruhrtal. Andernorts gibt es ihn schon zwischen 1,50 und 2 Euro. Das liegt laut Gerwin an der vergleichsweise guten Bodenqualität im Oberen Ruhrtal.

Dass Menden ein „teures Pflaster“ ist, wie Franz-Josef Gerwin es formuliert, liege an der großen Wirtschaftskraft und den Arbeitsplätzen in der Stadt. Zudem strahle der Raum Unna/Schwerte positiv auf Menden aus.

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