Wise Guys kehren nach 20 Jahren zurück

Fröndenberg..  Was für ein Wiedersehen: Ob die Wise Guys nun lebenslang eine besondere Beziehung zur Stadt Fröndenberg pflegen werden, sei dahingestellt, zwei restlos ausverkaufte Konzerte in der Marienkirche gerieten aber am Samstag zum Triumphzug für die A-capella-Band.

Klar, Nostalgie war schon ein wenig dabei: kfu-Vorsitzender Frank Schröer und auch die Musiker – streng genommen waren damals erst drei Fünftel mit dabei – erinnerten sich an das erste Konzert vor fast genau 20 Jahren in der alten Sodenkampschule vor handgezählten 45 Besuchern, damals das erste Wise-Guys-Konzert überhaupt außerhalb Kölns.

Und als die Frage in den Kirchenraum geworfen wurde, wer von den Besuchern damals schon mit dabei war, gingen so gar einige Hände in die Luft.

Eine große Tradition

Nun hat die A-capella-Band seitdem die weite (Pop-)Welt erobert, kehrte aber am Samstag dank der weiterhin bestehenden persönlichen Kontakte noch einmal in die Ruhrstadt zurück.

Kirchenkonzerte haben, wie zum Beispiel auch Auftritte auf Kirchentagen, eine große Tradition bei den Wise Guys und so waren Liedauswahl (vor allem ruhige Songs), Bühnenshow (nur ein wenig Bewegung innerhalb des Quintetts, geschuldet aber auch einer Beinverletzung von Daniel Dickopf) und Licht (dezent und doch stimmungsvoll im Hintergrund der Kirchenapsis) dem Veranstaltungsort in der Marienkirche angepasst.

Gute Zuhörer belohnt

Wie groß die Vorfreude auf die Rückkehr war, zeigten lange Schlangen an der Kirchentür lange vor Öffnung, und auch in den beiden gut zweistündigen Vorführungen nahmen die Zuhörer dankbar und mit teilweise tosendem Applaus den Streifzug der Band durch die Geschichte mit eigenen und fremden Songs auf.

„Love is all around“ von Wet Wet Wet traf gesanglich gleich zu Beginn den Ton ganz hervorragend, „Mad world“ von Tears For Fears ein bisschen weniger. Aber stimmungsvolle Höhepunkte waren natürlich die Klassiker aus dem eigenen Wise- Guys-Repertoire wie „Jetzt ist Sommer“ oder das wirklich lustige „Buddy Biber“.

Gutes Zuhören lohnt bei ihren Texten eigentlich immer und so muss man das Technikteam dafür loben, in der sehr hallig klingenden und schwer zu beschallenden Kirche einen hervorragenden Sound hinbekommen zu haben. Der nutzte auch Jördis Tielsch – ein Ziehkind der Wise Guys und auch schon solo in der Fröndenberger Kulturschmiede zu Gast –, die gewissermaßen als Vorgruppe im zweiten Konzertteil und auch mit einem Teil der Wise Guys zusammen mit ihrem bezaubernden Violinenspiel und der ebensolchen Stimme die Zuhörer begeisterte.

Intime Momente

Das zweite Konzert am Abend zeigte die Sänger noch ein wenig gelöster in ihrer Perfomance, mit leicht abgewandelter und erweiterter Setliste und mit einem anscheinend nicht enden wollenden Zugabeblock. Der ging quasi im benachbarten Pfarrzentrum beim „Afterglow“ noch weiter und verschaffte Publikum und Band beim gemeinsam zur Klavierbegleitung gesungenen „In unserem Veedel“ – die Band stammt schließlich aus Köln – intime Momente.

Für den Herbst haben die Wise Guys ein neues Album angekündigt und nicht wenige würden die fünf dann am liebsten gleich wieder in Fröndenberg begrüßen.

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