Winfried Schulte tritt überraschend als Mendener Feuerwehrchef zurück

Die Neuaufnahmen mit der Leitung der Feuerwehr: von links: Sylvia Wallasch, Tim Köchling, Marcel Fabinski, Daniel Grocha, Fabian Heinrich, Alexander Zents, Sonja Henze, Ulrike Wenzel, Jürgen Schermutzki, Winfried Schulte
Die Neuaufnahmen mit der Leitung der Feuerwehr: von links: Sylvia Wallasch, Tim Köchling, Marcel Fabinski, Daniel Grocha, Fabian Heinrich, Alexander Zents, Sonja Henze, Ulrike Wenzel, Jürgen Schermutzki, Winfried Schulte
Foto: Stefan Deitel

Menden..  Paukenschlag bei der Freiwilligen Feuerwehr Menden: Winfried Schulte ist am Samstagabend als Leiter der Feuerwehr völlig überraschend zurückgetreten. Auf der Jahresdienstbesprechung kündigte Schulte an, seinen Posten umgehend aufgeben zu wollen.

Rund 250 Feuerwehrleuten in den Fahrzeughallen der Wache Mitte blieb um kurz nach 18 Uhr quasi der Mund offen stehen. Die Dienstbesprechung war eigentlich schon gelaufen, als Schulte beim letzten Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ seine Erklärung abgab. Der Abschied von Winfried Schulte kam für alle überraschend. Nur in einem kleinen Kreis der Führungskräfte hatte Schulte seine Entscheidung im Vorfeld bekanntgegeben.

Die Gründe für den plötzlichen Abschied des Feuerwehrleiters liegen im privaten Bereich, erklärte Schulte ganz offen. Die enorme Belastung und der immense Zeitaufwand als eigentlich „nur“ kommissarischer Leiter der Wehr waren für den Stadtbrandinspektor schlichtweg nicht mehr zu schultern. Das familiäre Umfeld kam zu kurz, hinzu kommt die berufliche Situation als Bezirksschornsteinfegermeister. Um all das unter einen Hut zu bekommen, hätten 24 Stunden am Tag nicht ausgereicht.

Dass Schulte solange in Amt und Würden war, hatten die Verantwortlichen der Stadt auch gar nicht vorgesehen. Mit dem Abschied von Werner Bartmann als Chef der Feuerwehr und Siegfried Arndt als Leiter der Feuer- und Rettungswache war Schulte kommissarisch als Leiter der Wehr im Amt. Dieses sollte er solange ausführen, bis ein neuer Chef der Wache – besser gesagt die neue Chefin der Wache, Sylvia Wallasch – beide Aufgaben übernimmt. Diese Kombination ließ aber und lässt nach wie vor auf sich warten.

Der plötzliche Rücktritt von Winfried Schulte war für 425 aktive Feuerwehrleute ein Schock. Er war in allen Einheiten beliebt. Das zeigte sich nicht zuletzt darin, dass nach der Besprechung am Samstag alle Anwesenden aufstanden und minutenlang applaudierten. Nicht wenige hatten einen Kloß im Hals.

Auch Winfried Schulte fiel die Entscheidung nicht leicht. Doch er hat sie getroffen – und somit zeitgleich die Verantwortlichen in der Politik unter Handlungsdruck gestellt. Erklärtes Ziel ist es, Sylvia Wallasch als Leiterin der Feuerwehr in installieren. Eine nötige Anhörung war für den Sommer geplant, hatte die Stadt vor Wochenfrist angekündigt. Ob und wenn ja, wann, jetzt eher gehandelt wird, bleibt abzuwarten. Denn auch für die Stadt kam der Abschied Schultes überraschend.

Sylvia Wallaschs erste Amtshandlung als designierte Leiterin der Wehr war es am Samstagabend, die Jahresdienstbesprechung offiziell zu Ende zu führen. Sie wird in den nächsten Wochen die Einheiten besuchen, bevor dann die offizielle Anhörung erfolgen wird.

Bürgermeister Volker Fleige hatte angekündigt, den Plan im Anhörungsverfahren schnell auf den Weg bringen zu wollen und die Anhörung im Sommer umzusetzen.

Amerkung der Redaktion: Die Wachenleiterin Sylvia Wallasch hat die fachliche Qualifikation zur Leitung der Gesamtwehr. Eine Formulierung in einer vorherigen Version dieses Artikels war missverständlich. Ihr fehlt lediglich noch die beamtenrechtliche Voraussetzung für eine A14-Besoldung. Dies ist aber für die Leitung der Gesamtwehr unerheblich.

 
 

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