Wenn zu viele Handys bei Konzerten nerven

Eine Zuschauerin nimmt bei einem Konzert in Menden die Künstler auf.
Eine Zuschauerin nimmt bei einem Konzert in Menden die Künstler auf.
Foto: WP

Menden..  Und jetzt die Handys zum Himmel... Bei vielen Veranstaltungen ist es zum Standard geworden: Besucher, die das Geschehen mit ihrem Smartphone aufzeichnen. Bei einem Konzert in der vergangenen Woche hat WP-Fotografin Martina Dinslage die oben gezeigte Szene fotografiert. Wir möchten Ihre Meinung zum Thema wissen: Was halten Sie von Handyfotografen und Mobilfunkfilmern auf Veranstaltungen? Ist der Trend bereits in Menden angekommen?

Seitdem fast jeder ein filmfähiges Mobiltelefon besitzt, sehen Künstler von der Bühne kaum noch die Gesichter ihrer Fans, sondern vor allem deren Handys. Das Licht wird gedimmt, die Künstler betreten die Bühne – im Zuschauerraum wird es plötzlich wieder hell: Erleuchtet sind die Reihen von zahllosen Handy-Displays. Zuschauer möchten eine Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Der Nachteil: Die hellen Handybildschirme können andere Konzertbesucher stören, sie lenken ab, die hochgestreckten Arme verdecken die Sicht, das kleine Mobiltelefon-Blitzlicht nervt auch die Künstler. Deshalb gibt es bereits Veranstalter, die ein Handyverbot verhängt haben.

Ein Nachteil für die Handynutzer: Weil sie ständig ihre Aufnahmen kontrollieren, bekommen sie vom Konzert eigentlich gar nichts mehr mit. Daheim laden sie die Bilder auf ihren Rechner, schauen sie einmal an und dann nie wieder.

Bild- und Tonaufnahmen verboten

„Handys, die ständig das Bühnengeschehen mitfilmen, das gibt es in Menden noch nicht in großem Rahmen“, sagt Veranstalter Wilfried Kickermann, der mit seinem Phonoforum vor allem Comedy-Stars nach Menden holt. Schon seit Jahren hängt er bei seinen Veranstaltungen Hinweisschilder im Eingangsbereich auf, dass Bild- und Tonaufnahmen nicht gestattet seien: „Aus Rechtegründen“, so Kickermann. Eine Taschenkontrolle bei allen Besuchern sei aber nicht durchführbar. „Wenn jemand aus dem Publikum andauernd blitzen und damit die Veranstaltung stören würde, dann würden wir ihn oder sie darum bitten, das zu unterlassen oder den Saal zu verlassen“, sagt Wilfried Kickermann.

Er hält einen Großteil der Aufnahmen mit Smartphones ohnehin für nicht hochwertig: „Im Dunkeln mit dem Handy zu fotografieren, das bringt oft nur verwackelte Bilder“, sagt er. „Und eine kurze Videosequenz ist ein Erlebnisbericht, kann aber das Bühnengeschehen gar nicht richtig wiedergeben.“

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