Wenn Nachbarn Feinde werden

Menden.. Wenn Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus sich nicht nur kritisch beäugen, sondern jedes Fehlverhalten gegenüber der Hausordnung auch noch haarklein protokollieren...

Er habe doch seiner dort wohenden Mutter nur helfen wollen, betonte der Mittzwanziger Montag vor Gericht. Als er dann den monierenden Nachbarn zur Rede stellen wollte, kam es zu Handgreiflichkeiten. Eine wechselseitig ausgeteilte Kopfnuss und Schläge bei einer Rangelei, so der Angeklagte.

Das Opfer hingegen mochte sich nicht mehr so genau erinnern. Mindestens jedoch eine schwere Kopfnuss mit erheblichen Verletzungen trug der Mann davon, die auch von einem Mediziner dokumentiert wurden.

Selbst nach Erteilung eines Hausverbotes durch die Vermieterin (GBS) war der Angeklagte noch mehrfach zu Besuch gekommen.

Hausfriedensbruch und Körperverletzung, so lauteten die strafrechtlichen Vorwürfe. Zivilrechtlich war bereits verhandelt worden.

Der Angeklagte war im Jugendrecht mehrfach vorbestraft, soll dennoch eine Chance bekommen. „Ich möchte Sie hier nicht mehr wieder sehen“, baute nicht nur Richter Festersen Brücken. Auch die Staatsanwaltschaft hatte Einverständnis signalisiert.

Das Verfahren ist gegen eine zu zahlende Geldbuße von 350 Euro eingestellt. Der mittellose Mendener hat gerade wieder einen Job bekommen und will auf keinen Fall weiterhin für Unfrieden sorgen. Seine Mutter hilft dabei. Sie will aus dem Haus mit dem so sorgfältig kontrollierenden Nachbarn ausziehen.

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