Walram: Festakt zum 100-jährigen Jubiläum

100 Jahre Walram. Foto: Pia Maranca
100 Jahre Walram. Foto: Pia Maranca
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Menden.. Wie stark die Verbundenheit von Ehemaligen zu ihrer alten Schule ist, das zeigte sich beim Walram-Festakt zum 100-jährigen Jubiläen besonders deutlich: Zahlreiche Ex-Schüler und -Lehrer waren gestern in die Aula des Gymnasiums gekommen, einige gestalteten das Programm mit.

160 geladene Gäste, inklusive des aktuellen Kollegiums, erlebten den rund zweieinhalb-stündigen Festakt: Vertreter aus Politik, von Kirchen, den Schulen, den Banken, Ehrenbürger Prof. Dr. Wildor Hollmann sowie der älteste anwesende Abiturient, der ehemalige Stadtarchivar Paul Koch, der im Jahr 1937 seine Reifeprüfung abgelegt hatte.

„An dieser Schule herrscht der besondere Walram-Geist“, beschrieb es Schulleiterin Christel Schmidt-Timmermann. Im Jubiläumsjahr will die Schule 100 Bäume pflanzen: Sie sollen symbolisch für das Wachstum der Schule stehen.

Professor Dr. Reiner Feldmann ist dem Walram in vielerlei Hinsicht verbunden: Hier hat er sein Abitur gemacht, hier hat er als Lehrer gearbeitet, für diese Schule war er auch als Dezernent der Bezirksregierung zuständig. In seinem Festvortrag blickte er auf die Geschichte des Gymnasiums zurück, in das „Wunderjahr 1912“, in dem der deutsche Aufschwung auch Menden erfasste, in dem neben dem Walram das Krankenhaus, das Rathaus und das Museum entstanden.

Reiner Feldmann gab auch ganz persönliche Erinnerungen an seine eigene Schulzeit wider: „Wilhelm Tell durfte während der Nazi-Zeit nicht an der Schule gelehrt werden, Lehrer durften das Wort ,Katastrophe’ nicht benutzen.“ Aber auch an schöne Zeiten erinnerte sich Feldmann: An gemeinsame Studienfahrten auf die Hallig Hooge zum Beispiel.

Wie die Zukunft des Walram-Gymnasiums aussieht, ist indes noch nicht klar. Mittelfristig sollen beide städtischen Gymnasien aufgrund der sinkenden Schülerzahlen zusammen gelegt werden. Auch das war zwischen den Zeilen Thema der Redner. „Wir wünschen uns, dass das Walram seine wichtige Position im Dialog der Schulen behalten wird“, sagte Christel Schmidt-Timmermann.

Bürgermeister Volker Fleige blickte in seiner Festrede auf besondere Lehrer und Schüler zurück: „Robert Leusmann hatte sich mit den Nazis angelegt“, so der Bürgermeister. „Die Schüler der damaligen Oberprima setzten sich nach seiner Suspendierung für ihn ein, zwar erfolglos, aber besonders mutig.“

Eckhardt Lüblinghoff, Sprecher der Direktoren des Märkischen Kreises, überbrachte die Glückwünsche der anderen Kreis-Schulen: „Was sind schon 100 Jahre bei dem Burggymnasium Altena, das 432 Jahre alt ist? Möge das Walram noch lange weiter wachsen“, merkte er schmunzelnd an.

Eghard Schmöle wies auf die Arbeit des Fördervereins hin. Ulrike Linnenkamp, Vorsitzende der Schulpflegschaft, beschrieb das Jubiläum aus Elternsicht so: „Es steht auch für 100 Jahre Vertrauen, wir schicken das Wertvollste – unsere Kinder – in diese Schule.“

Für den stellvertretenden Schülersprecher Maximilian Heider bedeutet der Besuch des Walrams auch eine Fortführung der Familientradition: „Meine Mutter ist hier zur Schule gegangen, meine Großmutter, heute 89 Jahre alt, hat hier unterrichtet.“ Die Schule sei für ihn mehr als ein Ort des Lernens: „Sie ist auch ein Ort, der Freundschaften ermöglicht.“

Schülersprecher Tim Köster spielte zwei Stücke am Klavier, Clara Busemann trug ein Lied auf der Harfe vor, Antje Heinemann, die 1988 ihr Abitur gemacht hat, präsentierte ein Lied auf der Flöte. Der Festakt klang mit einem Umtrunk in der Mensa aus.

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