Waldkindergarten könnte fehlenden Kita-Plätze bieten

Thorsten Bottin
Andrea Töpfer (l.) und Nicole Griesenbrock wünschen sich einen Waldkindergarten in Menden
Andrea Töpfer (l.) und Nicole Griesenbrock wünschen sich einen Waldkindergarten in Menden
Foto: WP
In der Stadt werden zum Start des nächsten Kindergartenjahres im August 2013 Kita-Plätze fehlen. Politik und Verwaltung beraten, ob ein Waldkindergarten diese Lücke teilweise schließen kann. Eltern haben bereits bei der Stadtverwaltung beantragt, einen Waldkindergarten zu gründen.

Menden. In der Stadt werden zum Start des nächsten Kindergartenjahres im August 2013 Kita-Plätze fehlen. Politik und Verwaltung beraten, ob ein Waldkindergarten diese Lücke teilweise schließen kann. Bei Eltern besteht durchaus Interesse an dieser Kindergartenform: Nicole Griesenbrock und Andrea Töpfer haben bereits bei der Stadtverwaltung beantragt, einen Waldkindergarten zu gründen. Im Gespräch mit der WESTFALENPOST erklären sie ihren Wunsch.

Viele Mendener wissen nicht, was sie sich unter einem Waldkindergarten vorstellen müssen. Können Sie diese Kita-Form erklären?

Andrea Töpfer: Bei einem Waldkindergarten sind die Kinder bei fast jeder Witterung draußen im Wald. Sie haben einen Bauwagen oder ein festes Gebäude als Rückzugsmöglichkeit für Sturm oder Gewitter. Im Wald spielen die Kinder mit den Materialien, die da sind. Das ist bewegungsorientiert, kreativ und fantasieanregend. Die Kinder balancieren beispielsweise auf einem Baumstamm, der gleichzeitig ein Raumschiff sein kann.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass solch eine Kita-Form in Menden fehlt?

Nicole Griesenbrock: Wir haben beide kleine Kinder und fänden es toll, wenn sie in den Wald gehen würden. Ich bin selbst Erzieherin und habe in Köln in einem Waldkindergarten hospitiert. Dort gibt es wenig Wald, aber viele Waldkindergärten. Hier in Menden gibt es viel Wald, aber keine Waldkindergärten. Der nächste ist in Nachrodt-Wiblingwerde. Es wäre doch verrückt, wenn man den Wald in Menden nicht dafür nutzt. Er wäre eine Werbung für die Stadt.

An welchem Ort könnten Sie sich in Menden solch einen Waldkindergarten vorstellen?

Andrea Töpfer: Unser Traum wäre der Bereich Obsthof und Waldemei. Aber wir sind nicht festgelegt. Ein Anschluss des Waldkindergartens an das Arche-Noah-Naturschutzzentrum wäre toll. Gut wäre die Anbindung an einen bestehenden Kindergarten. Wir haben auch schon mit Stadtförster Dirk Basse Kontakt aufgenommen. Der findet die Idee schön. Es müssten natürlich Verhaltensregeln für den Wald abgesprochen werden. Aber die Kinder sollen ohnehin den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lernen.

Kennen Sie weitere Eltern, die sich für einen Waldkindergarten in Menden interessieren?

Wir haben bereits in unserer Krabbelgruppe herumgefragt und selbst eine kleine Waldgruppe gegründet. Zurzeit sind wir fünf naturbegeisterte Familien aus Menden, Hemer und Iserlohn. Wir treffen uns zum nächsten Mal am 27. Januar um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz am Forstamt (Biggelebenstraße). Andere interessierte Familien, gern auch mit älteren Kindern, dürfen gern dazukommen.