Vermeintlicher „Retter“ erweist sich als Betrüger

Menden.. Selbst die heimische Polizei steht angesichts einer neuen Betrugsmasche vor einem Rätsel. Die betroffenen Mendener sowieso. Unklar ist jedoch, wie vielen es ähnlich erging wie dem einstigen Ratsherrn und Unternehmer Theodor Klusendick.

Der 87-Jährige schildert gegenüber der WP: „Über mehrere Wochen hinweg habe ich mehrmals am Tag Anrufe erhalten, wurde dabei in Verkaufsgespräche verwickelt.“ Klusendick widerstand nicht nur, er nahm „nach der ganzen Nerverei“ zudem Kontakt zur Polizei auf. Dann – nach Rücksprache mit den Beamten – das erste völlig unerwartete Ergebnis: Zwar konnte Klusendick in seinem Telefondisplay verschiedene Rufnummern erkennen. Sämtliche Rückrufversuche scheiterten jedoch. „Da war nie jemand zu erreichen. Ich bin nicht einmal durchgekommen.“

Doch all das war anscheinend nur der Auftakt: „Zuletzt bekam ich einen weiteren Anruf von einem Unbekannten. Total seriöse Stimme. Der Mann stellte sich als Vertreter einer bundesweit arbeitenden Organisation vor, die bereit wäre, Bürger vor unerwünschten Anrufen zu schützen“, berichtet Klusendick. „Man müsse mir allerdings die Kosten in Rechnung stellen.“

Theodor Klusendick hat sich nicht überreden lassen. „Ich möchte einfach alle Mendener warnen. Bei dieser Masche wird ein riesengroßer Druck aufgebaut.“

Dietmar Boronowski, Sprecher der Kreispolizeibehörde: „Für diese Art Betrügerei ist das bislang der Gipfel. Aber ich fürchte, auch das ist nur die Spitze eines neuen Eisbergs. Ich kann da auch alle Bürger nur warnen.“

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei ausdrücklich darum, dass Bürger sich nach derartigen Vorfällen melden. Boronowski: „Dafür nehmen wir uns die Zeit. Entsprechende Hinweise helfen uns, solchen Betrügern das Handwerk zu legen.“

Ein dickes Lob für Theodor Klusendick gab es zudem: „Der Mann hat alles richtig gemacht.“

 

EURE FAVORITEN