Türkischstämmige Frauen wollen Tagesmütter werden

SKF: Tagesmütter-Qualifizierung für Frauen mit Migrationshintergrund. Foto: Martina Dinslage
SKF: Tagesmütter-Qualifizierung für Frauen mit Migrationshintergrund. Foto: Martina Dinslage
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Menden.. In Zukunft sollen sie vor allem türkische Familien bei der Kinderbetreuung unterstützen: Mehrere türkische Frauen wollen sich ab Ende August zur Tagespflegeperson ausbilden lassen. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) qualifiziert die Teilnehmerinnen gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle in 160 Unterrichtsstunden – nach dem Curriculum des deutschen Jugendinstituts.

Die beiden Diplom-Sozialpädagoginnen Gönul Copur und Aynur Esmer sind die Kursleiterinnen. Der Kurs findet einmal wöchentlich im Frauenraum der Moschee statt. Es gibt einen Kinderbetreuungsraum. Die Kosten für die Weiterbildung – 16 Euro für 40 Unterrichtsstunden – übernehmen die Teilnehmerinnen selbst. „Diese Ausbildung türkischer Frauen als Tagesmütter ist unseren Recherchen nach in Nordrhein-Westfalen bislang einmalig“, sagt Beate Karhoff vom SkF.

Eine türkische Mutter hatte beim SkF nach einer Tagesmutter gefragt, die Türkisch spricht und die türkische Kultur kennt. Daraufhin machten sich Mitarbeiter auf die Suche nach einem Kooperationspartner – und besuchten bei einem Sommerfest die Türkisch-islamische Gemeinde an der Grimme-straße. So entstand der Kontakt.

Der Frauenvorstand hat außerdem bei einem Treffen über den Qualifizierungskurs informiert. Der Hodscha, der Vorbeter der Gemeinde, wird das Angebot bei den Freitagsgebeten vorstellen. So hofft der SkF, dass die türkischstämmigen Mendener besser integriert werden. Eine Teilnehmerin erzählte, dass sie vor Jahren keine passende Pflegeperson für ihr Kind gefunden habe. Daraufhin schickte sie es zur Betreuung zur Oma in die Türkei -- und die Integration wurde jäh unterbrochen. Das soll künftig anders laufen können.

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