Trotz 18 Anmeldungen muss Hüingser Schule bangen

Die Grundschule Hüingsen.
Die Grundschule Hüingsen.
Foto: WP

Menden.  Die Anmeldezahlen für die Grundschulen liegen vor. Wie berichtet, wird die Westschule keine Eingangsklasse mehr bilden können. Zwei große Stadtteil-Elterninitiativen dürfen sich dagegen bestätigt sehen. Insbesondere die Vorkämpfer für den Erhalt der Grundschule Schwitten. 26 Anmeldungen für Lernanfänger im neuen Schuljahr liegen vor. Auch in Hüingsen reicht allem Anschein nach die Zahl von 18 Kindern eigentlich für eine Eingangsklasse.

Dennoch gibt es Fußfallen – und die liegen in einer wahrscheinlichen Schulgesetz-Änderung begründet, die heute im NRW-Landtag beraten werden soll. Nach dieser neuen Regelung hätte Menden in Relation zu den angemeldeten i-Dötzchen eine Eingangsklasse zu viel. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, in Hüingsen keine Eingangsklasse zu bilden, weil die dortigen 18 Anmeldungen einen Ausreißer nach unten im Vergleich zu den anderen Schulen darstellen würden. Die Hüingser Erstklässler sollen auf Josef- und Bischof-von Kettler-Schule verteilt werden.

Dabei hatte die Politik gerade erst mit großer Mehrheit beschlossen, dass die Hüingser eine zweite Chance bekommen sollten, wenn sie denn genügend Erstklässler zusammen bekommen – und dies ist mit den 18 Anmeldungen erfüllt. Aus CDU und GAL war gestern daher schon zu hören, dass man sich schwerlich mit dem Verwaltungsvorschlag anfreunde könne. Da das Gesetz noch nicht verabschiedet ist und Verordnungen noch fehlen, kann der Schulausschuss ohnehin erst am 15. Januar entscheiden. Bis dahin bleibt Hüingsen in quälender Ungewissheit.

Die Verwaltung hingegen sieht sich der wahrscheinlichen neuen gesetzlichen Regelung verpflichtet. Nach der muss jede Stadt eine „kommunale Klassenrichtzahl“ festlegen. Die berechnet sich aus der Zahl der tatsächlich vorliegenden Anmeldungen, von der noch die Schüler abgezogen werden, die vorzeitig eingeschult oder noch einmal zurückgestuft werden. Diese Zahl wird dann durch den landesweit geltenden Klassenfrequenzrichtwert von 23 Schülern pro Klasse geteilt. Der Anteil der vorzeitig eingeschulten und zurückgestellten Kinder wird aufgrund der Erfahrungen aus den letzten fünf Jahren errechnet.

Aufgrund dieser Rechenformel kommt Menden auf 440 Kinder und damit auf eine kommunale Klassenrichtzahl von 19,13. Kaufmännisch gerundet also auf 19 Eingangsklassen. Das Verhalten der Eltern der gerade abgelaufenen Anmeldephase würde aber zu 20 Klassen führen.

Nach Ansicht der Verwaltung muss also eine wegfallen, zudem muss es stadtweit möglichst einheitliche Klassengrößen geben. Sie hat dafür drei Szenarien entwickelt.

Alternative 1: An der Schweitzer-Schule Lahrfeld werden nur drei statt vier Eingangsklassen mit maximal 81 Schülern gebildet – 9 Schüler müssten abgewiesen werden.

Alternative 2: An der Josefschule Menden würde es nur zwei statt drei Eingangsklassen geben mit maximal 56 Schülern – 4 Schüler müssten dann abgewiesen werden.

Alternative 3: In Hüingsen wird keine Eingangsklasse gebildet, die 18 angemeldeten Schüler werden zur Hälfte auf Bischof-von Ketteler und Josefschule verteilt. Beide Schulen hätten je zwei Eingangsklassen mit jeweils maximal 56 Schülern. Das favorisiert die Verwaltung.

 
 

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