Sydow muss Insolvenz anmelden

Michael Koch
Ein Blick auf das Firmengelände an der Walkenmühle: Die Erich Sydow GmbH hat Insolvenz anmelden müssen.
Ein Blick auf das Firmengelände an der Walkenmühle: Die Erich Sydow GmbH hat Insolvenz anmelden müssen.
Foto: WP

Menden.  Die Erich Sydow GmbH & Co.KG an der Walkenmühle hat Insolvenz anmelden müssen. Das bestätigten gestern sowohl das Unternehmen als auch das zuständige Amtsgericht Arnsberg auf Anfrage der WESTFALENPOST.

Es gibt aber Hoffnung für das Familienunternehmen und insbesondere für die 130 Mitarbeiter: Der Betrieb läuft zunächst nahtlos weiter. Und „aufgrund der Marktstellung und der Akzeptanz bei den Kunden“ gehe man davon aus, dass der Hersteller von Leichtmetall-Druckgusserzeugnissen (für die Automobilindustrie, aber auch zum Beispiel für Medizin- oder Beleuchtungstechnik) am Standort Menden eine Zukunft habe.

Offensichtlich hat auch das Amtsgericht Arnsberg ein Grundvertrauen in die Familie Sydow: Es wurde eine so genannte Insolvenz in Eigenverwaltung zugelassen. Das heißt konkret: Jörg Sydow bleibt weiter Geschäftsführer, es gibt auch keinen klassischen Insolvenzverwalter. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Dr. Frank Kebekus wurde – wie vom Gesetz in diesen Fällen vorgesehen – vom Arnsberger Amtsgericht lediglich zum Sachwalter bestellt. Er kontrolliert vor allem die Zahlungseingänge und -Ausgänge, um die Interessen der Gläubiger zu schützen.

Zu den Gründen für das Insolvenzverfahren wurde gestern nur soviel erklärt: Die Banken hätten die am 15. Januar fälligen Kredite nicht verlängert, dadurch sei es zu der Zahlungsunfähigkeit gekommen. Inzwischen wurden Kunden und Lieferanten angeschrieben: In dem Brief wird um weiteres Vertrauen gebeten und um Fortführung der Geschäftsbeziehungen.

Ausstehende Löhne und Gehälter für die 130 Mitarbeiter gibt es nach Unternehmensangaben nicht: Es sei alles gezahlt worden. Und auch für die kommenden drei Monate werden die Zahlungen durch das Insolvenzgeld gesichert.

Um die Zukunft des Unternehmen zu retten, wird jetzt auch nach möglichen Investoren gesucht, die sich an dem Familienunternehmen beteiligen könnten. Oberstes Ziel sei es dabei, die Arbeitsplätze und auch den Standort Menden zu erhalten. Die Produktionsstätte an der Walkenmühle nahe der Iserlohner Landstraße ist nach Unternehmensangaben gut 10.000 Quadratmeter groß.