Sturmgewehr als Wandschmuck

Von Laura Millmann

Menden. Mit Waffen spielt man nicht. Und man legt sie sich auch nicht als Deko in die Wohnung. Das musste gestern ein 29-jähriger Mendener schmerzlich feststellen, der zu einer Geldstrafe von 2 400 Euro verurteilt wurde. Alles wegen einer fehlenden Waffenerlaubnis für alte, schussunfähige Sammelstücke.

Es war eine Verhandlung über die Wirren eines sehr „pingeligen Gesetzes“, wie es Richter Festersen ausdrückte. Konkret ging es um ein Sturmgewehr 44, einen Karabiner K98 und eine Pistole 08. Alles Waffen aus der Zeit vor 1945. Am 8. Dezember 2010 waren sie von der Polizei bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmt worden. Ein Freund des Vaters hatte vermutet, dass der Angeklagte dessen alte Jagdgewehre bei sich aufbewahrte. Anstatt der Gewehre kamen aber nur die drei Waffen zum Vorschein, die der Angeklagte vor zehn Jahren auf dem Flohmarkt gekauft hatte.

„Ich wusste nicht, dass ich mich strafbar mache“, sagte der 29-Jährige, „der Verkäufer hatte mir damals versichert, dass ich keine Waffenerlaubnis benötige.“ Er überprüfte es auch nie, da es sich in seinen Augen um unbrauchbare Waffen handelte. Der Waffengutachter, der extra zu dem Gerichtstermin geladen worden war, belehrte ihn eines Besseren. Die Waffen seien nicht endgültig abgeändert worden. Mit dem entsprechenden Fachwissen und den passenden Teilen hätte man sie wieder funktionstüchtig machen können. Damit seien die Grundanforderungen des Waffengesetzes nicht erfüllt worden.

„Das ist wohl eine Situation, wie sie der Gesetzgeber nicht im Kopf hatte“, fasste Richter Festersen diese Konstellation zusammen. Dennoch musste das Vergehen bestraft werden, auch wenn der Angeklagte nie die Absicht hatte, die Waffen zu benutzen.

Es blieb jedoch bei einer Verwarnung und einer Geldstrafe auf Bewährung. Nur wenn sich der 22-Jährige nicht an die Auflagen hält, muss er 2 400 Euro Strafe zahlen. Die Waffen wurden inzwischen vernichtet.