Stromausfälle nach Unwetter

Foto: Tobias Schad
  • Oesbern, Barge und Werringsen betroffen
  • Dächer von Firmen und Häusern abgedeckt
  • Volkssporttag: Radeln und Laufen abgesagt

Menden. Die Ortsteile Oesbern, Barge und Werringsen waren nach einem Blitzschlag in die Windkraftanlage 73 Minuten lang ohne Strom. Anrufer erreichten die Stadtwerke nicht, denn deren Telefonanlage war laut Joachim Schattner ebenso betroffen wie der Hochbehälter in Oesbern. Offensichtlich hatte der Volltreffer in das Windrad um 12.30 Uhr die 10-KV-Station darunter lahmgelegt, die erst um 13.43 Uhr wieder ans Netz gehen konnte.

Am Tulpen- und Rosenweg in Lendringsen bekamen es die Bürger mit einem ganz anderen Phänomen zu tun: Anwohner beschwören, dass es eine Windhose war, die ihnen die Ziegel vom Dach fegte. Insgesamt waren nach Angaben der Feuerwehr sechs Häuser betroffen, deren Dächer vom Fachbetrieb wieder in Stand gesetzt werden mussten. Eine Windhose soll es auch gewesen sein, die aus dem Dach der Firma SAM Schulte in der Horlecke eine Fläche von etwa 15 Quadratmetern der Länge nach herausriss und eine Birke an den nahen Gleisen umwarf. Umherfliegende Teile beschädigten laut Feuerwehr-Einsatzleiter Frank Wyczisk die Absauganlage der Firma, aber auch abgestellte Autos.

Das Problem für die Wehrleute und den herbeigerufenen Dachdecker: Die herausgerissenen Teile des Eternitdachs enthielten mutmaßlich Asbest, was eine Bergung unter Atemschutz notwendig machte. Wyczisk: „Der Schaden, der mittags entstanden sein muss, wurde erst um 16.15 Uhr von Nachbarn gemeldet. An der Stelle, an der die Dachteile überall herumlagen, sind also zahlreiche Autofahrer vorbeigekommen, ohne etwas zu melden.“

Auf dem Bräukerweg fielen, vermutlich ebenfalls wegen eines Blitzschlags, fast auf ganzer Länge die Ampelanlagen aus. Kurz darauf wurde der Polizeiwache prompt ein erster Verkehrsunfall aus dem Bereich Märkische Straße/Hönnenwerth gemeldet.

Getroffene Sirene jault los

An der Provinzialstraße löste offenbar ein Blitzschlag die Sirene auf der leer stehenden Gaststätte „Haus Dröge“ aus. Zu diesem Schluss kam die Löschgruppe Bösperde, die das Lokal mit einer Wärmebildkamera untersuchte, ohne einen Brandherd zu finden. In Bösperde musste die Wehr mehrere vollgelaufene Gullys reinigen.

Auch die Brandmeldeanlage des Walburgis-Gymnasiums am Pellenberg schlug während des Unwetters an. Diese Schule muss von der Feuerwehr stets mit mehreren Fahrzeugen aufgesucht werden – doch der Alarm stellte sich als falscher heraus. Auf dem Nordwall und weiteren abschüssigen Straßen im Stadtgebiet bildeten sich Sturzbäche, in manchem Keller herrschte bald „Land unter“.

Richtig kalt erwischt wurden die Aktiven beim Volkssporttag, der am Mittag noch fröhlich begonnen hatte. Das Unwetter traf die Gruppe der Wanderer etwa eine Viertelstunde nach Start an der Hubertushalle. Von mehr als 1200 Teilnehmern machten sich einige sofort auf den Heimweg, der überwiegende Teil aber hielt eisern durch. Bis auf durchnässte Klamotten hatten Wanderer wie Organisatoren keine Schäden zu beklagen, nur die Lautsprecheranlage vor der Halle fiel den Wassermassen zum Opfer.

Weil die Straße durch den Wald vom Lahrfeld Richtung Werringsen teilweise überflutet war, wurden die Starts von Läufern und Radlern am Nachmittag abgesagt. Auch wenn es um diese Zeit schon wieder trocken und sonnig war.

 
 

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