Stillgelegte Bahnbrücke auf dem Wartegleis

Zukunft der Bahnbrücke in Menden: Das Foto zeigt die Brücke der Bahn / Oesetalbahn über die Westtangente in Menden. Die Brücke soll erhalten bleiben, bis über die Reaktivierung der Bahn entschieden ist.
Zukunft der Bahnbrücke in Menden: Das Foto zeigt die Brücke der Bahn / Oesetalbahn über die Westtangente in Menden. Die Brücke soll erhalten bleiben, bis über die Reaktivierung der Bahn entschieden ist.
Foto: WP

Menden..  Der Weg zurück in die Heimat stoppt für die Familie aus Unna am Prellbock. Hier am Felsenkeller endet der asphaltierte Abschnitt des Radwegs auf der Trasse der Oesetalbahn. Wer weiter will, muss den Weg nach links ins verschlungene Pfadesystem zwischen Westtangente und Überwurf finden. Oder er steht wie die Familie aus Unna suchend auf dem Bürgersteig an der B 7. An der Situation wird sich wenig ändern. Der Weg wird nicht mehr bis zum Bahnhof Menden weitergeführt. Darüber sind sich alle Beteiligten einig. Zentraler Punkt ist die Brücke über die Westtangente.

Die Stadt Hemer als Bauherr des Radwegs scheut das Risiko der Verkehrssicherungspflicht, die das Stahlbogenbauwerk über der Westtangente mit sich bringt. „Wir werden den Weg nicht über die Brücke weiterbauen“, sagt der Hemeraner Stadtsprecher Marc Giebels. Auch diesseits des Tales gibt es kein Signal. Menden wollte schon den Radweg nicht mitfinanzieren. Die Verkehrssicherungspflicht für die Brücke wäre ein noch größeres Risiko.

Eigentümer der Brücke ist weiterhin die Bahn Netz AG. Auch der Besitzer von Schienen, Unterführungen und Brücken zeigt keinerlei Aktivitäten, etwas am gegenwärtigen Zustand zu ändern. „Im Falle einer Reaktivierung würde die Stahlstabbogenbrücke tatsächlich wieder genutzt werden können“, sagt Ulrich Beele, Sprecher des Zweckverbandes Ruhr-Lippe. Die Organisation untersucht gerade eine mögliche Wieder-Inbetriebnahme der Bahnstrecke durch das Oesetal.

Die Überführung über die Westtangente wurde erst Ende der 1980-er Jahre gebaut und ist im Vergleich zu vielen teils 50 Jahre und älteren Brücken blutjung. „Die Brücke ist baulich absolut intakt“, sagt Beele. Sie könnte wohl noch viele Jahre Züge tragen, sollte es politisch eine Mehrheit für Bahnverkehr im Oesetal geben. Das wäre wohl frühestens in zehn bis 15 Jahren der Fall. Ein Ingenieurbüro hatte bereits die Machbarkeit einer neuen Bahnstrecke untersucht und für möglich gehalten. In einem zweiten Teil wird jetzt errechnet, ob tatsächlich Bedarf für Zugverkehr besteht.

Die Brücke liegt in der Zwischenzeit weiter brach, ohne groß Schaden zu nehmen. Sogar die Gleise sind weiter vorhanden. Sie führen hinter dem Netto-Markt, parallel zur Westtangente. Im Bereich der Oberen Promenade mündet die Strecke auf die weiterhin genutzte Strecke der Hönnetal-Bahn.

Als Last sieht man die Brücke in Menden vorerst jedenfalls nicht. Bau-Fachbereichsleiter Frank Wagenbach sagt: „Es ist wichtig, dass die Strecke nicht auseinandergerissen wurde.“

 
 

EURE FAVORITEN