Sterbliche Überreste von Eitel Brandenburg nicht freigegeben

Der Aufruf in der Öffentlichkeit brachte keinen entscheidenden Hinweis. Der Kriminalfall um ein ausgewandertes Mendener Paar gibt weiter Rätsel auf.

Menden.  Deutsche und französische Polizei suchen angestrengt nach der vermissten früheren Mendenerin Elisabeth „Liz“ Hömke (65). Die französische Polizei hatte im Februar die sterblichen Überreste ihres Lebensgefährten Eitel Brandenburg (73) in einem ausgebrannten Haus in Mittelfrankreich gefunden und geht von einem Verbrechen aus. Seine Partnerin ist seitdem spurlos verschwunden.

Mittlerweile reger Austausch

„Nach anfänglichen Schwierigkeiten stehen wir in regem Austausch mit den französischen Kollegen“, sagt Polizeisprecher Dietmar Boronowski. Die Ermittler aus dem Département Sarthe hatten erst vor wenigen Wochen ein offizielles Amtshilfeersuchen gestellt. Seitdem ist auch die Kriminalpolizei im Märkischen Kreis mit dem mysteriösen Fall beschäftigt.

Allerdings habe auch ein erneuter öffentlicher Aufruf mit der Bitte um Hinweise auf den Verbleib der 65-Jährigen zu keinem Durchbruch in den Ermittlungen geführt, heißt es von der Polizei. Die deutschen Beamten setzen weiter auf Beobachtungen von Mendenern, die Kontakt zu den beiden Auswanderern hatten.

Zuletzt waren Angehörige in das 120-Seelen-Dorf Saint-Georges-de-la-Couée in der Nähe der Stadt Le Mans gereist. Dort lebten Brandenburg und Hömke seit etwa 15 Jahren. Das Haus, das sie sich vor 20 Jahren gekauft und liebevoll renoviert hatten, war am 4. Februar in Flammen aufgegangen.

Unterdessen müssen die Angehörigen weiter auf die Bestattung der sterblichen Überreste von Eitel Brandenburg warten. Die französische Polizei hat die Knochen noch nicht zur Bestattung freigegeben. Zu den Gründen äußert sich die Gendarmerie auf WP-Nachfrage nicht.

Die französische Polizei geht mit Sicherheit von einem Verbrechen aus, hält aber vor allem drei verschiedene Szenarien für möglich. Theoretisch sei denkbar, dass Hömke ihren Lebensgefährten Brandenburg ermordet haben könnte und dann das Haus in Brand gesetzt hat. Denkbar sei auch, dass es sich um einen sogenannten erweiterten Suizid handelt. Brandenburg hätte dafür zunächst seine Partnerin und danach sich selbst umgebracht haben müssen. Ein Indiz dafür könnte laut Polizei sein, dass neben seinen verkohlten Überresten ein Gewehr gefunden wurde. Genauso sei es aber möglich, dass beide Partner einem Verbrechen zum Opfer gefallen sind.

 
 

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