Stadt zahlt Spritgeld, damit Zirkus wegfährt

Foto: WP

Menden.. Die Stadt Menden hat gut 1000 Euro bezahlt, damit der auf dem Grohe-Platz gestrandete Zirkus Diana Williams weiterfahren konnte. Nun ist die Zirkusfamilie in Ense-Bremen gelandet und hofft, dort mit Vorstellungen ein bisschen Geld zu verdienen.

Wie die WESTFALENPOST berichtete, reiste die mittellose Zirkusfamilie Anfang des Monats in Menden an und schlug ihr Lager auf dem Grohe-Platz auf. Als sich herausstellte, dass die Statik des Platzes gefährdet sein könnte, wenn Befestigungselemente für das Zirkuszelt in den Boden geschlagen würden, rückte die Möglichkeit des Geldverdienens für die Zirkusfamilie in weite Ferne. Zirkusfamilien-Oberhaupt Cornelia Trumpf sah sich mit 19 Kindern, acht weiteren Erwachsenen und den Tieren ohne Einnahmemöglichkeit – und war damit vorläufig auf Hilfe der Stadt angewiesen.

Die Stadtverwaltung wurde am Dienstag tätig. „Wir haben 100 Liter pro Fahrzeug genehmigt“, erläutert Martina Potthoff, Leiterin der städtischen Abteilung Öffentliche Sicherheit. Insgesamt sieben Fahrzeuge fuhren zur Tankstelle, gut 1000 Euro hat die Stadt dafür gezahlt.

„Die Atmosphäre war freundlich, alles hat gut geklappt“, erläutert Martina Potthoff. Zudem hat die Zirkusfamilie – anders als zuvor in Hemer – den Grohe-Platz sauber und ordentlich hinterlassen. „Ein bisschen Streu lag noch herum, aber der Platz sah insgesamt besser aus als vorher“, bilanziert Martina Potthoff. Der Zirkus habe eine Zusage für einen Auftrittsplatz in Ense-Bremen erhalten.

Gestern hat die Zirkusfamilie am Schulzentrum im rund 20 Kilometer entfernten Ense-Bremen ihr Quartier aufgebaut. Heute soll dort der erste Auftritt stattfinden. „Wir hoffen so sehr, dass Zuschauer kommen. Es muss doch irgendwie weitergehen. Aber Land in Sicht sehe ich noch nicht“, sagt Cornelia Trumpf. Daran, den Zirkus aufzugeben, mag die Zirkusfamilie allen Existenzängsten zum Trotz nicht denken: „Das ist doch unser Beruf. Was sollen wir denn sonst machen?“

 

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