Stadt Menden stoppt Zirkuszelt-Aufbau am Grohe-Platz

Cornelia Trumpf mit den Kindern des Zirkus Diana Williams
Cornelia Trumpf mit den Kindern des Zirkus Diana Williams
Foto: WP
Der Zirkus Diana Williams ist mittellos in Menden am Grohe-Parkplatz gestrandet. Einzig mit Vorstellungen könnte der Geldbeutel wieder gefüllt werden. Doch die Stadt hat aus Sicherheitsgründen dort den Aufbau des Zirkus-Zeltes untersagt.

Menden.. In Hemer hatte der Zirkus Diana Williams schon für Schlagzeilen gesorgt. Dort hatte die Verwaltung nach dessen Abreise aus dem Winterquartier ein generelles Zirkusverbot für städtische Flächen verkündet. Der Grund: Der Zirkus habe einfach Berge von Müll hinterlassen. Jetzt ist der Zirkus mittellos am Grohe-Platz in Menden gestrandet. Nun steht also die Stadt Menden vor dem Problem, wie sie mit ihm umgehen soll. Aus Sicherheitsgründen hat sie den Aufbau des Zirkus-Zeltes untersagt.

Eilantrag vor Verwaltungsgericht

Denn nachdem der Zirkus Hemer verlassen hatte, war er nach Wickede gezogen. Dort, so Zirkusfamilien-Oberhaupt Cornelia Trumpf, seien die Vorstellungen aber so schlecht besucht gewesen, dass man so gut wie keine Einnahmen habe verbuchen können. Die Hoffnungen ruhten nun auf dem Gastspiel auf dem Grohe-Platz – aus dem aber nichts werden kann. Das Ordnungsamt der Stadt hat den Aufbau des Zeltes untersagt, weil sich unter dem Parkplatz alte Kellergewölbe befinden.

Die Statik sei gefährdet, wenn hier etwa die notwendigen Befestigungselemente in die Erde geschlagen würden, so Stadtsprecher Manfred Bardtke. Dass auf eben jenem Platz täglich viele Autos und zu Pfingstkirmes-Zeiten auch schwere Schausteller-Wagen stehen, sei kein Widerspruch. „Das ist eine andere Belastung“, so Bardkte. Das wollte die Zirkusfamilie so aber nicht einsehen und zog mit einem Eilantrag vor das Verwaltungsgericht. Doch dort bekam die Stadt gestern zumindest in erster Instanz recht. Das Zelt darf nicht aufgebaut werden.

Cornelia Trumpf machte gestern gegenüber der Westfalenpost keinen Hehl daraus, dass das die ohnehin wirtschaftlich prekäre Lage noch verschärfe: „Im Winterquartier in Hemer konnten wir nur überleben, weil uns so viele Hemeraner unterstützt haben.“ Man habe noch nicht einmal Sprit, um den Grohe-Platz wieder zu verlassen: „Wir sind so ziemlich mit dem letzten Tropfen in Menden angekommen.“

Stadt muss nun zahlen

Und es geht um eine ganze Menge Betroffene: 19 Kinder, neun Erwachsene und die Tiere sind ohne Einnahmemöglichkeit vorläufig auf Hilfe der Stadt angewiesen. Die Zirkusfamilie hat so viele Nachkommen, dass die Zirkusschule der evangelischen Landeskirche Rheinland eigens vor Ort ist. Die Tiere wurden gestern vom Veterinär des Märkischen Kreises untersucht – er hatte keine Beanstandungen.

Was kann und was muss die Stadt Menden nun tun? Stadtpressesprecher Manfred Bardtke: „Wir werden helfen. Da gilt für uns das Aufenthaltsprinzip.“ Es stünden Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch zu, wie für alle Bedürftigen. „Wir versuchen parallel aber auch, einen Ersatz-Aufführungsort für den Zirkus zu finden“, so Bardtke.

Der traditionelle Zirkus-Stammplatz an Battenfelds Wiese fällt dafür diesmal aus. Abgesehen davon, dass die Gruppe dort nach Auskunft der Stadt gar nicht hin will, ist für das Wochenende bereits das Osterfeuer des Bürgerschützenbundes genehmigt worden. Jetzt wird in Richtung Lendringsen geschaut.

Freiluft-Vorstellungen

Kommt der Zirkus Diana Williams nicht zu neuen Einnahmen, dann könnte das Problem ein langfristiges für die Stadt werden. So lange sich die Truppe auf Mendener Boden befindet, muss die Stadt sich um die Sozialleistungen kümmern. Da könnte ein pragmatischer Weg billiger werden: Die Stadt zahlt die Spritkosten. Ein Ort nahe Berlin ist wohl schon als Wunsch-Zielort genannt worden.

Mittwoch und Gründonnerstag will der Zirkus zunächst selbst versuchen, an ein bisschen Geld zu kommen. Es sollen jeweils um 16 Uhr die Artisten auch ohne Zelt und Manege ihr Können zeigen. Für Kinder gibt es möglicherweise Ponyreiten. Cornelia Trumpf: „Eintritt nehmen wird nicht; wir bitten um ein Entgelt.“

 
 

EURE FAVORITEN

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.
Di, 03.07.2018, 18.50 Uhr

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.

Beschreibung anzeigen