Spezialeinheit übt den Zugriff bei Amok-Lage in einer Schule in Menden

Eine Oberservationseinheit beim simulierten Amok-Lauf-Einsatz in der Regenbogenschule.
Eine Oberservationseinheit beim simulierten Amok-Lauf-Einsatz in der Regenbogenschule.
Foto: WP
Die Top-Spezialisten der Observationseinheit befanden sich gestern mitten im Taktik-Training. Aus heiterem Himmel dann der Befehl im Schulungsraum: „Operativer Zugriff bei einer Amok-Lage“. Die stillgelegte Regenbogenschule in Menden diente somit als Übungsgelände bei einem simulierten Einsatz.

Menden.. Die Top-Spezialisten der Observationseinheit befanden sich gestern mitten im Taktik-Training. Aus heiterem Himmel dann der Befehl im Schulungsraum: „Operativer Zugriff bei einer Amok-Lage“. Die stillgelegte Regenbogenschule in Menden diente somit als Übungsgelände bei einem simulierten Einsatz.

Es sind ausnahmslos Männer, die vielleicht noch die schlimmsten Folgen im Ernstfall eines tatsächlichen Amoklaufs verhindern könnten. Ihre jahrelange Ausbildung ist knochenhart. Mit Spezialübungen wie der in Menden sollen möglichst realistisch Katastrophen-Szenarien erlebt werden. Es fallen dutzende Schüsse, Schreie hallen bis auf die Straße.

Auch der „Täter“ ist gestählt. Er gehört zu den Top-Personenschützern im Lande. Das Drehbuch gibt ihm freie Hand. Wäre es gestern der Ernstfall gewesen, hätte er zahlreiche Schüler – dargestellt von DLRG-Freiwilligen aus der Region – getötet, bevor ihm die Observationseinheit das Handwerk legen konnte.

Wer denkt sich derartige „Erhaltungsschulungen“ aus, die für die Beamten mehrmals im Jahr zwingend stattfinden? Längst nicht mehr allein die Polizei mit ihren internen Weiterbildungseinrichtungen. „Dafür fehlt leider immer häufiger das Geld“, so ein führender Beamter des Geschehens gestern gegenüber der WP. Die Firma Secu-City ist Dienstleister in diesem Bereich. Spezialgebiete sind Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe, Verteidigung. „Kundenspezifische Lösungen“, so heißt es im offiziellen Flyer.

Secu-City-Geschäftsführer Volker Berwald organisierte die Übung in Menden. „Wir sind der Gewoge dankbar, dass wir dieses Schulgebäude nutzen durften. So etwas ist für uns ein Glücksfall.“ Und das gilt nicht nur für Secu-City. Erst vor wenigen Wochen hatte – geheim gehalten und von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt – die bundesdeutsche Eliteeinheit GSG 9 eine Übung in der Regenbogenschule durchgeführt.

Nach dem Training ist schon wieder mitten im Training. Haarklein wird nach nach dem Einsatzgeschehen analysiert: Wo gab es Fehler, was waren die Stärken? Auch über den Dienst hinaus blieb es Gesprächsthema. Trotz des Einsatzes mitten im Stadtgebiet hielt kein Passant an. Auch die weithin zu hörenden Schüsse und Schreie führten zu keinen erkennbaren Reaktionen. Mendens Polizeichef Josef Pille, einer der wenigen Eingeweihten im Vorfeld der Übung: „Es hat auch im Nachgang des Einsatzes niemand bei uns an der Wache angerufen.“

Gewoge-Chef Manfred Döring hat bereits Ideen für weitere Übungen: „Mit schwebt da ein gewisses Gebäude in Lendringsen vor.“

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