Sozialprotokolle der Armut vor Ort

Menden.. Begleitend zur großen Spendenaktion für Mendener in Not schildert die WP, was für viele Mendener im Lebensalltag Wirklichkeit ist.

Christiane B. (Name anonymisiert) versucht alles, um halbwegs über die Runden zu kommen. Die alleinerziehende Mutter – aus Behördensicht eine Leistungsempfängerin – ist ihren drei Kindern eine gute Mutter. In guten Monaten kommt sie so gerade über die Runden. Gute Monate hat sie jedoch in diesem Jahr nicht erlebt.

Anfang des Jahres strangulierten die winterbedingten Abrechnungsforderungen des Energieversorgers das Familienbudget. Christiane B. konnte bis zum Herbst alles so gerade wieder ins Lot bringen. Zuvor hatte sie noch mehr bei den Mahlzeiten gespart, noch mehr bei der Kleidung für sich und ihre Kinder.

Kann eine defekte Waschmaschine der Anfang vom Finanzdesaster sein? Für Christiane B. war sie das Anfang November. Vier Tage hatte sie die Berge Wäsche mit Hand gewaschen. Dann stand sie tränenüberströmt vor einer Caritas-Mitarbeiterin, die zusammen mit dem Notruf-Gremium für eine gebrauchte Waschmaschine sorgte.

Vor den Hartz-IV-Reformen und den einhergehenden Änderungen im Sozialgesetzbuch war das Mendener Sozialamt zuständig und hätte geholfen.

(Alle Beiträge für das Sozialprotokoll beruhen auf wahren Begebenheiten in Menden. Sie sind allerdings journalistisch so verfremdet, dass kein direkter Rückschluss auf die betroffenen Familien möglich ist.)

Nach den ersten beiden Einzahlungstagen beträgt der Stand auf den Konten der Hilfe 7224 Euro.

 

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