So sieht's im Clubhaus der Bandidos in Menden-Ostsümmern aus

Im Bandidos-Clubhaus in Ostsümmern sieht es nicht so sehr anders aus als in einer ganz normalen Kneipe. In den vergangenen Monaten haben die Mitglieder den ehemaligen „Laden an der Landstraße“ selbst umgebaut.  Foto: Michael Koch
Im Bandidos-Clubhaus in Ostsümmern sieht es nicht so sehr anders aus als in einer ganz normalen Kneipe. In den vergangenen Monaten haben die Mitglieder den ehemaligen „Laden an der Landstraße“ selbst umgebaut. Foto: Michael Koch
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Der umstrittene Motorradclub Bandidos will am 17. März sein neues Clubhaus „El Mexicano“ in Menden-Ostsümmern mit einer großen Party eröffnen. Wir haben uns in dem neuen Domizil am Bräukerweg 145 schonmal umgesehen.

Ostsümmern.. Der mannshohen Schaufensterpuppe mit Sombrero fehlt noch etwas Entscheidendes: der Poncho, der sie zum Mexikaner macht – der weltweiten Symbolfigur des Motorradrocker-Clubs Bandidos. Sonst ist aber alles bereit für die Eröffnung des neuen Bandidos-Clubhauses in Ostsümmern.

Ihren Namen wollen sie nicht in der Zeitung lesen, sagen die beiden Vorstandsmitglieder der Mendener Bandidos-Abteilung, des so genannten „Chapters“. Zu verbergen, das machen die zwei im WP-Gespräch klar, hätten sie aber auch nichts. Genervt zeigen sie sich von Klischees, die immer wieder durch die Medien verbreitet würden. Rocker-Krieg mit den Hells Angels, Schlägereien, Verbindungen zur organisierten Kriminalität oder dem Rotlichtmilieu – das alles seien Schlagworte, die vom Alltag der Bandidos vor Ort Lichtjahre entfernt seien.

„Wir wollen hier nur unsere Ruhe“

„Wir sind alles Malocher“, sagt einer der beiden aus dem Vorstand. „Wir haben Frauen und Kinder. Wir wollen hier nur unsere Ruhe, Motorrad fahren und einen Punkt haben, wo wir uns treffen und feiern können.“ Und lachend fügt er an: „Wenn wir ja angeblich unser Geld mit krummen Dingern und Prostitution verdienen, dann frage ich mich, warum ich jeden Morgen um 6 Uhr zur Arbeit gehe.“

Und so haben die Bandidos Menden auch weder Hinweise noch Befürchtungen, dass ihre Eröffnungsfeier am Samstag von anderen Gruppen gestört werden könnte: „Warum sollte das jemand machen bei einer Feier mit 200 Leuten?“ Gleichwohl: Polizei und städtisches Ordnungsamt wissen Bescheid, es hat Gespräche gegeben, das Verhältnis zu den Behörden sei in Ordnung.

Die Mitglieder des Mendener Chapters, das sich MC Sauerland nennt, waren vorher teils seit vielen Jahren bei den Dortmunder Bandidos aktiv. Vor gut zwei Jahren wurde dann der eigene Ableger gegründet – im vollen Einvernehmen mit den Dortmundern, wie betont wird: „Die sind am Samstag bei der Feier auch mit dabei. Wir haben ein eigenes Chapter gegründet, weil doch viele hier aus der Gegend kommen und wir näher an den Spitzen-Motorradstrecken im Sauerland sein wollten.“ Der Beiname MC Sauerland markiere aber keinen Gebietsanspruch: „Wir wollen jetzt nicht alle Motorradclubs vereinnahmen.“

Bewohner von Ostsümmern zur Eröffnungsfeier eingeladen

Mit dem angemieteten Clubhaus am Bräukerweg 145 in Ostsümmern habe man jetzt einen Wunsch verwirklichen können. „Hier können wir feiern, mal draußen grillen. Hier haben wir unsere Ruhe.“ Eine öffentliche Gaststätte sei das Clubhaus natürlich nicht. „Aber wenn wir da sind, darf jeder reinkommen und was mit uns trinken, wenn er sich benimmt und uns nicht auf die Nerven geht. Das Chapter Unna hat sein Clubhaus in Westhofen. Da schaut die ganze Nachbarschaft mal vorbei, die ist ganz begeistert.“ Dementsprechend seien natürlich auch die Bewohner von Ostsümmern zur Eröffnungsfeier eingeladen.

Den lange leer stehenden „Laden an der Landstraße“ haben die Bandidos in den vergangenen Monaten zum Clubhaus umgebaut – mit Bar, Clubraum und Schlafräumen. Die sind nicht unwichtig für die Bandidos: Wann immer ein Bandido auf Reise ist, kann er in einem der Clubhäuser übernachten. „Wir brauchen in ganz Europa kein Hotel“, so einer beiden.

Umbauarbeiten in Eigenleistung

Dass man die Umbauarbeiten in Eigenleistung gestemmt habe, liege daran, dass viel handwerkliches Geschick in den eigenen Reihen vorhanden sei: „Wir kommen aus verschiedensten Berufen, das geht quer durch die Gesellschaft.“ Und wie viele Mitglieder hat das Chapter Menden? Dazu wollen die beiden nichts sagen. Eine ganze Reihe komme aus Menden, aber auch aus der Region. Die Altersspanne reiche von Anfang 30 bis Mitte 50 Jahre. Klar, es sei ein reiner Männerclub, aber natürlich feierten die Frauen mit: „Wir sind keine Chauvi-Truppe.“

Aktiv auf Nachwuchssuche sei man nicht. Wer Interesse habe, könne im Clubhaus vorbeischauen. Dann könne man sehen, ob man zueinander passe. Die Harley Davidson ist dabei Pflicht. Auch sonst müsse jedem klar sein: „Bandido sein ist kein Hobby, das ist ein Lebensstil. Daneben kann man kein anderes Hobby haben.“

 
 

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