Schwestern haben 60 Jahre lang Menschen begleitet

Sr. M. Virgina (rechts), Sr. M. Gabrielis und Sr. Lydia M.feiern ihr 60-jähriges Ordensjubiläum. Foto: privat
Sr. M. Virgina (rechts), Sr. M. Gabrielis und Sr. Lydia M.feiern ihr 60-jähriges Ordensjubiläum. Foto: privat
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Menden..  Es soll am Samstag ein Fest der Freude werden: Schwester Maria Virgina Schütze, Schwester Maria Gabrielis Weische und Schwester Lydia Maria Radke feiern am 19. Mai ihr 60-jähriges Ordensjubiläum. Die drei Jubilarinnen traten 1952 in das Noviziat der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel ein.

Zugleich kündigt sich aber auch ein Abschied an, der in Menden große Lücken reißen wird. Denn Schwester Maria Virgina, Schwester M. Gabrielis, Schwester Lydia M. und auch Schwester Monika Mensing, die vier Jahrzehnte in der Nähschule am Walburgisstift wirkte, werden Menden im Sommer verlassen. Die Ordensgemeinschaft hat die vier Schwestern an andere Orte versetzt und ihnen neue Aufgaben übertragen.

WBG-Leiterin Schwester Maria Thoma ist es wichtig, dass die Jubiläumsfeier am Samstag zu einem Fest der Freude wird mit Blick auf die spannende und reiche Lebensgeschichte der Schwestern. Die Verabschiedung folge später, in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. „Die Lücke, die dann entsteht, werden auch wir sehr spüren. Schwester Virgina und Schwester Lydia haben in der Schule noch viele Aufgaben wahrgenommen. Und für die Schwestern wird es ein Einschnitt sein“, sagt die Schulleiterin. Es sei üblich, dass die Ordensleitung mit den Schwestern ab einem gewissen Alter Gespräche führe, wo sie ihren Lebensabend verbringen wollen.

Sr. M. Virgina und Sr. M. Gabrielis werden in die ordenseigene Seniorenhilfeeinrichtung Haus Maria in Geseke ziehen, wo Sr. M. Virgina sich insbesondere der Betreuung alter und sterbender Menschen widmen wird. Sr. Lydia Maria und Sr. Monika dagegen ziehen ins Bergkloster Bestwig. Schwester Maria Thoma: „Dort werden sie neben kleineren Aufgaben im Kloster auch die Gruppe derjenigen Schwestern erweitern, die täglich Anbetung halten und damit das ,geistliche Rückgrat’ der Ordensgemeinschaft stärken.“

Die Schwestern am WBG feiern am Samstag mit Verwandten und Freunden das 60-jährige Ordensjubiläum der drei Schwestern:

Sr. Lydia Maria, 1929 in Berlin-Pankow geboren, lernte die Ordensgemeinschaft als Schülerin in Heiligenstadt kennen. Nach der Ordensausbildung arbeitete sie dort im Kindergarten, bis sie nach einem Einsatz im Krankenhauslabor in Berlin nach Westdeutschland übersiedelte. 1957 kam sie erstmals nach Menden, wo sie drei Jahre im Kindergarten an der Walburgisschule eingesetzt war. Danach war sie zunächst in der Haushaltungsschule der Schwestern in Ahaus, dann zur Ausbildung als Kindergärtnerin in Xanten. 1964 begann ihr neuer Einsatz in Menden, wo sie zwei Jahre lang den Kindergarten leitete. Ihre künstlerische Ader durfte Sr. Lydia Maria bei einer Ausbildung zur Werklehrerin entfalten und arbeitete seither als Kunstlehrerin im WBG. Auch über ihre Pensionierung hinaus gab sie ehrenamtlich noch mehrere Jahre Unterricht und setzt sich bis heute ehrenamtlich in vielen Bereichen der Schule ein.

Sr. Maria Gabrielis, gebürtige Oesbernerin, besuchte schon als Mädchen die Walburgisschule. Nach dem Abitur 1951 und nach dem Noviziat in Geseke wurde sie zunächst Volksschullehrerin. Nach kurzzeitigem Einsatz in Ahaus studierte sie in Münster Englisch und Geschichte und absolvierte ihr Referendariat in Kassel. 1966 kam sie als Lehrerin ans WBG, wo sie mit großem Engagement die Schüler für ihre Fächer zu begeistern wusste. Auch sie setzte sich nach ihrer Pensionierung noch mehrere Jahre neben- und ehrenamtlich in der Schule ein.

Sr. Maria Virgina, die soeben ihren 80. Geburtstag feierte (die WP berichtete), kam nach einer Kindheit in Berlin infolge des Krieges ins Eichsfeld und machte ihr Abitur am Gymnasium der Schwestern in Heiligenstadt. Nach der Flucht in den Westen setzte sie sich zunächst in der Pflege TBC-kranker Kinder ein, bis sie in die Ordensgemeinschaft eintrat. Fast zeitgleich mit Sr. M. Gabrielis absolvierte sie die Ausbildung zur Volksschullehrerin, das Studium der Germanistik und Geschichte in Münster und das Referendariat in Kassel. Seit 1966 als Lehrerin am WBG, wurde sie 1973 dessen Direktorin. Ihre Jahre als Schulleiterin waren geprägt von anfangs massivem Lehrermangel, wachsenden Schülerzahlen und dadurch bedingten Erweiterungen der Schulgebäude. Der Aufbau von Schulpartnerschaften und die Ausweitung des Fächerangebots sind zwei Beispiele, die von ihrer Weltoffenheit zeugen, in der sie die Schule zukunftsfähig weiterentwickelte.

Nach ihrer Pensionierung 1997 übernahm Sr. M. Virgina neue ehrenamtliche Aufgaben. In der Schule unterrichtet sie bis heute ausländische Gastschüler und ausgesiedelte Jugendliche in der deutschen Sprache. Insbesondere mit dem Rotary-Club kam es zur intensiven Kooperation. Außerdem wandte sie sich der Hospizbewegung zu. Nach einer Weiterbildung in den USA wirkt Sr. M. Virgina seit 1998 im Mendener Hospizverein mit, viele Jahre hindurch auch im Vorstand. Unzähligen älteren Menschen und ihren Angehörigen ist sie in den vielen Jahren zu einer kundigen und einfühlsamen Begleiterin geworden.thea/wp

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