Schwester Brigitte Schmelter verlässt Placida-Viel-Kolleg

Schwester Brigitte Schmelter wird am Placida-Viel-Berufskolleg verabschiedet.
Schwester Brigitte Schmelter wird am Placida-Viel-Berufskolleg verabschiedet.
Foto: WP

Menden..  Am Placida-Viel-Berufskolleg endeten am Freitag gleich zwei Ären: „Seit Gründung der Schule 1966 haben immer Schwestern am Placida unterrichtet. Mit Schwester Brigitte Schmelter geht nun nicht nur eine hoch geschätzte Kollegin, sondern auch die letzte unterrichtende Schwester des Trägers, des Ordens der Heiligen Maria Magdalena Postel“, bedauerte Schulleiterin Gaby Petry den Fortgang von Schwester Brigitte Schmelter.

61 Jahre ist Schwester Brigitte alt, doch sie geht nicht etwa in den frühzeitigen Ruhestand, sondern orientiert sich noch einmal um, geht beruflich quasi zurück zu ihren Wurzeln als gelernte Krankenschwester. Sie arbeitet künftig in der Altenseelsorge und Sterbebegleitung im Haus St. Martinus in Herten-Westerholt. In dem Ort hat sie schon einmal zehn Jahre lang in der Krankenpflegeschule gewirkt. Zurück im Ruhrgebiet ist sie nun auch wieder ganz nah an Schalke, was ihr als leidenschaftlicher Fan des Fußball-Clubs sehr gefällt.

Ursprünglich aber kommt sie aus dem sauerländischen Marsberg, 1977 trat sie dem Orden bei. Nach verschiedenen beruflichen Stationen kam sie als Lehrerin zum Placida-Viel-Berufskolleg, wo sie so lange blieb wie nirgendwo zuvor: Zwölfeinhalb Jahre lang unterrichtete sie Pflege und Gesundheitsförderung, engagierte sich bei dem Projekt „Sozial genial“, besuchte gerne Schüler in ihren Praktikumsstellen, war für die Bücherbestellungen und Erste Hilfe zuständig und organisierte mehrfach im Jahr eine Altpapier-Sammlung für den guten Zweck.

Silbernes Schulkreuz

Der Weggang vom „Placida“ fällt ihr bei aller Vorfreude auf ihre neuen Aufgaben schwer. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der wertschätzende Umgang miteinander an der Schule ist einfach umwerfend.“ Und dabei ist sie Abschiede eigentlich gewöhnt: „Wir verabschieden doch jedes Jahr Schüler, aber jetzt nehme ich selber Abschied.“

Dass es nicht nur Schwester Brigitte schwer fiel, sondern der ganzen Schulgemeinschaft, wurde in den Tagen zuvor deutlich. Es gab Geschenke von der Schulleitung („Das silberne Schulkreuz für Ihr neues Zuhause“, so Gaby Petry) und von Kollegen sowie stehende Ovationen bei der Lehrerkonferenz. Mit den Worten „Ich wünsche Ihnen nur das Beste“, überreichte auch der kaufmännische Leiter Andreas Reichert ein Blumengeschenk. Von den Tischnachbarn im Lehrerzimmer gab es ein Schalke-T-Shirt. „Schwester Brigitte hat viele Impulse gesetzt“, berichtete Lehrerin Brigitte Engel und ihre Kollegin Beatrix Steinschulte betonte: „Sie hatte immer ein offenes Ohr, ist stets eingesprungen, wenn Not am Mann war. Sie hat unseren Träger immer sehr gut an der Schule repräsentiert.“ „Wir werden die Schule im Sinne der Schwestern weiterführen“, versprach Gaby Petry.

Die SV hatte sich auch etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Mehr als 150 blaue und weiße Luftballons wurden von der FHR 11b aufgepumpt, dann trafen sich weit mehr als 150 Schüler auf dem Pausenhof und banden Karten mit guten Wünschen für ihre Lehrerin daran. „Sie sind die coolste Nonne der Welt“ stand da beispielsweise, „Sie haben uns viel beigebracht“ oder „Viel Spaß in der neuen Umgebung“.

Dann verlas die stellvertretende Schülersprecherin Selina Schankweiler (AHR 12b) einen irischen Segen und die Ballons wurden trotz des Schneetreibens in den Himmel geschickt.

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