Schön gewachsen soll er sein und gut duften

Hüingsen/Lahrfeld.  Nur noch gut eine Woche bis zum Fest der Liebe, da wird es Zeit, nach einem passenden Weihnachtsbaum zu suchen. Am vergangenen Wochenende hat sich die WESTFALENPOST einmal beim Baumverkauf in der OBO-Arena Hüingsen und am Forsthaus Lahr umgesehen.

Es scheint ein universelles Gesetz beim Kauf eines Weihnachtsbaums zu geben: Männer dürfen nicht alleine los. Die endgültige Entscheidung liegt in der Regel bei der Dame des Hauses. Es ist wissenschaftlich belegt, dass in der Weihnachtszeit die meisten Beziehungen in die Brüche gehen, unter anderem auch wegen des Weihnachtsbaumes.

Damit das in der OBO-Arena nicht passiert, beweisen die Fußballer von Menden United und den Sportfreunden Hüingsen ganz viel Fingerspitzengefühl. Es sollen sich ja schließlich keine Ehedramen abspielen. Während die Männer nach dem dritten gezeigten Baum das Interesse verlieren, diskutieren Frauen gerne weiter. „Die Männer wissen meistens schon, welcher Baum gekauft wird, aber sie sagen nichts, um keinen Streit zu provozieren“, erzählt Manfred Mösta, Geschäftsführer der Sportfreunde Hüingsen.

Bereits zum vierten Mal veranstalten die Sportler aus Hüingsen und Lendringsen den Baumverkauf. Ja, es habe schon schlimme Diskussionen gegeben in der Vergangenheit. Manfred Mösta gibt zu, dass er auch mal zu einer List gegriffen hat, um drohende Streitereien im Keim zu ersticken: „Man setzt den Leuten einfach einen Baum mehrmals vor, irgendwann nehmen sie ihn.“

Auch wenn die weibliche Leserschaft jetzt auf die Barrikaden geht, scheint es eine Tatsache zu sein, dass einige Frauen nicht gut räumlich denken können. Sie verschätzen sich gelegentlich bei der Breite des Baumes. Daher muss zu Hause dann noch einmal daran herum gesägt werden, bevor die Tanne oder Fichte geschmückt werden kann.

Dass es auch anders geht, zeigt Familie Schröder. Das Trio aus Hüingsen entscheidet sich direkt für den ersten Baum, eine etwa 1,75 Meter hohe Nordmanntanne. „Gesehen, gefunden, mitgenommen“, sagt Mutter Gundula lachend. Auch Tochter Sanja ist zufrieden. Es muss eine Nordmanntanne sein, „weil die nicht piekt“, so Gundula Schröder. Außerdem darf der Weihnachtsbaum nicht zu buschig sein. Das Schmücken ist Familientradition bei Schröders, Natur pur lautet hier die Devise. Nur hölzerne Figuren kommen dran, alle schmücken gemeinsam.

Bringdienst für Tannenbäume

Wer den gekauften Baum nicht selbst mitnehmen kann, nimmt den Bringdienst in Anspruch. Nikolaus und Knecht Ruprecht fahren die Weihnachtsbäume zu ihren Besitzern. Neben der beliebten Nordmanntanne verkaufen die Sportler auch Blaufichten. Die pieken zwar, duften aber schön. „Die Blaufichten sind beliebt bei Katzenbesitzern. Weil die pieken, gehen die Katzen nicht dran“, weiß Detlef Golczyk. Die Fichten haben noch einen Vorteil, die Äste sind stabiler.

Während die einen den Weihnachtsbaumverkauf beaufsichtigen, kümmern sich die anderen um das leibliche Wohl der Besucher. Glühwein und Grillgut sowie herzhaft geräucherte Forellen locken am wärmenden Lagerfeuer zum Verzehr und gemütlichen Verweilen. Nach knapp zwei Stunden ist die Hälfte der 220 Bäume schon verkauft.

Am Forsthaus Lahr leitet Forstwirtschaftsmeister Karl Vogel den Weihnachtsbaumverkauf. Die Jugendfeuerwehr Menden organisiert die Bewirtung und hilft den Kunden, die Bäume einzunetzen und zum Auto zu bringen. Seit 1996 gibt es die Aktion bereits.

Die Jugendlichen haben trotz des Wetters viel Spaß am Wochenende. Nicht zuletzt, weil es für sie die richtige Einstimmung auf Weihnachten ist. Außerdem wissen sie, dass die Einnahmen an Kaffee, Waffeln, Glühwein und Co komplett in die eigene Tasche wandern.

Verkauf bis Heiligabend

Anders als in Hüingsen haben die Kunden im Lahrfeld die Möglichkeit, ihren Weihnachtsbaum selbst zu schlagen. Interessanterweise sind hier Blaufichten beliebter als Nordmanntannen.

„Den Kunden ist der natürliche Duft wichtig“, weiß Karl Vogel. Die zum Schlagen ausgewiesene Fläche soll nach Möglichkeit komplett geräumt werden, da dort im kommenden Jahr keine neuen Bäume gepflanzt werden. Daher verkauft Karl Vogel auch bis Heiligabend Tannen und Fichten. So können dann auch Kurzentschlossene noch einen Baum zu familiären Preisen ergattern.

 
 

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