Sauerländer soll Hooligan-Demo in Berlin angemeldet haben

Gut organisiert, nicht nur beim Bedrucken von T-Shirts: Das Hooligan-Bündnis "HoGeSa".
Gut organisiert, nicht nur beim Bedrucken von T-Shirts: Das Hooligan-Bündnis "HoGeSa".
Foto: dpa
Die Polizei befürchtet, dass sich die Bilder von der Hooligan-Randale am letzten Sonntag wiederholen: Für den 15. November ist in Berlin eine Demonstration "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" angemeldet. Der Anmelder soll zum Hooligan-Umfeld gehören - und aus NRW kommen.

Berlin/Menden. Für eine am 15. November in Berlin geplante Hooligan-Demonstration hat der Veranstalter offiziell rund 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Berliner Polizei teilte dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) auf Anfrage auch mit, dass die Anmelder zunächst nur 1.000 Teilnehmer angegeben hatten.

Die Demonstration unter dem Titel "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" soll von 15 bis 21 Uhr am Pariser Platz direkt am Brandenburger Tor stattfinden.

Polizei sagt nichts über den Anmelder

Bei dem Anmelder handelt es sich nach RBB-Recherchen um einen Mann aus Menden im Sauerland. Er stamme aus dem Umfeld des virtuellen Hooligan-Netzwerkes "Hogesa". Die Polizei äußerte sich auf Anfrage aber nicht zu der Person des Anmelders.

Laut einem Bericht der "Welt" arbeitet der Anmelder in der Sicherheitsbranche und hat „ganz klare“ Verbindungen in die Hooligan-Szene. Nachfragen bei Mendener Sicherheitsunternehmen ergaben zu dieser Angabe nur ungläubiges Staunen: Da man selbst auch als Schutz vor Hooligans beauftragt werde, sei es unvorstellbar, dass der Anmelder aus den eigenen Reihen stamme, hieß es.

In Köln waren auch Hooligans aus Berlin dabei

In Berlin werten die Beamten derzeit Bilder und Videos der gewaltsamen Kölner Hooligan-Demonstration am 26. Oktober aus. Auch Beamte der Berliner Polizei waren damals vor Ort und machten zahlreiche Teilnehmer aus der Berliner Hooligan-Szene aus, sagte der Berliner Polizei-Sprecher Thomas Neuendorf.

Vollkommen neuartig für die szenekundigen Beamten sei die Tatsache, dass in Köln an sich verfeindete Hooligan-Gruppen erstmals einträchtig vorgegangen seien, so Neuendorf.

Schon sechs Tage zuvor werden Randale befürchtet

Auch für den 9. November rechnen die Behörden mit Versuchen der Hooligan-Szene, eine bereits bei der Polizei angemeldete Demonstration direkt am Reichstag für Ausschreitungen zu nutzen. Diese Demonstration wurde von einer Anmelderin aus dem Umfeld der sogenannten "Reichsbürger" unter dem Titel "Für die Heimat und den Weltfrieden" am 9. November direkt am Platz der Republik von 11 Uhr bis 22 Uhr angemeldet. (we)

 
 

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