Rollender Kugelfang vor Feuertaufe

Thomas Hagemann

Menden.  Wie man sich mit Pfiff und Gemeinsinn selbst helfen kann, machen gerade sechs Mendener Schützenvereine vor: Weil ihre Schießanlagen nur für viel Geld den aktuellen Bestimmungen angepasst werden könnten, kauften sie gemeinsam einen großen neuen Kugelfang. Der ist mit seinem großen Trichter und verschiedenen Folien für Kleinkaliber, Luftgewehr oder Schrot nicht nur „behördensicher“. Er entspricht als Einzelanfertigung allen Anforderungen der beteiligten Vereine, und er kann auf einen Teleskoparm-Trecker von Bauer Heiner Korte montiert und hochgefahren werden.

Gegenseitige Hilfe beim Aufbau

Damit haben alle sechs Vereine und Bruderschaften (Brockhausen, Bürgerschützenbund, Lendringsen, Lürbke, Oesbern und Schwitten) jetzt eine zeitgemäße Anlage zu überschaubaren Kosten. Rund 12 000 Euro kostete das neue „Geschossfanglager“ alles in allem – und man kann sich leicht vorstellen, was das für jede einzelne Vereinskasse bedeutet hätte. Jetzt zahlte jeder nur ein Sechstel, und viele fanden noch Sponsoren.

Beim anstehenden Schützenfest in Schwitten erlebt der mobile Kugelfang an diesem Wochenende buchstäblich seine Feuertaufe. Am Donnerstagabend weihten die Vereine ihre Neuerwerbung auf dem Hof Korte gemeinsam ein. Gaby Adolph, Geschäftsführerin beim Bürger-Schützenbund, erzählte der WP auf Anfrage, wie es zu der Gemeinschaftsaktion kam: „Die Idee kam bei einem gemütlichen Zusammensein im letzten Jahr auf, als wir über hohe Leihkosten für mobile Anlagen sprachen.“ Es folgte eine Umfrage bei allen Mendener Vereinen – die sechs, die Interesse hatten, trafen sich danach regelmäßig. Jeder von ihnen übernahm Teilaufgaben bei Planung und Beschaffung, und das gemeinsam erreichte Ergebnis steht jetzt auf Hof Korte in Brockhausen.

Das Thema Sicherheit ist für viele Schützenvereine aktuell. Sie müssen ihre Anlagen vom Betonfuß über Mast und Seilwinde bis hinauf zum Kugelfang alle vier Jahre von Schießsachverständigen durchprüfen lassen. Die Ergebnisse sind der Kreispolizeibehörde vorzulegen. Und weil es für das Schützenwesen regelmäßig neue Auflagen gibt, können dann teure Nachrüstungen fällig werden.

Für die sechs Mendener Vereine ist das jetzt erst einmal Geschichte. Die ohnehin gepflegte Freundschaft unter den Schützen dank der Anschaffung weiter gewachsen, berichtet Gaby Adolph: „Wir haben vereinbart, uns gegenseitig beim Aufbau der Anlage so zu helfen, dass der ausrichtende Verein keinerlei Arbeit mehr damit hat.“ So erhalte jeder, der als Veranstalter ohnehin genug um die Ohren hat, eine echte Entlastung durch die befreundeten Vereine.

Zu beachten ist laut der BSB-Geschäftsführerin allerdings auch bei der mobilen Anlage noch einiges. So müssten der jeweilige Abstand des Kugelfangs zur Gewehrauflage sowie der Winkel genau stimmen, doch das sei passend einzurichten. Insgesamt habe die Gemeinschaftsaktion „einen tollen Zusammenhalt“ bewiesen.