Rathaus-Schulung in Vier-Sterne-Haus

Foto: Martina Dinslage
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Ein Seminar für Führungskräfte der Mendener Stadtverwaltung im Vier-Sterne-Haus „Antoniushütte“ in Eisborn an diesem Wochenende sorgt für heftige Diskussionen. In der Stadt war bereits von einer „Luxus-Sause“ der Rathaus-Spitze in dem Hotel der gehobenen Klasse die Rede. Die FDP hat jetzt einen 15 Punkte umfassenden kritischen Fragekatalog an den Bürgermeister gerichtet.

Menden.. Ein Seminar für Führungskräfte der Mendener Stadtverwaltung im Vier-Sterne-Haus „Antoniushütte“ in Eisborn an diesem Wochenende sorgt für heftige Diskussionen. In der Stadt war bereits von einer „Luxus-Sause“ der Rathaus-Spitze in dem Hotel der gehobenen Klasse die Rede. Die FDP hat jetzt einen 15 Punkte umfassenden kritischen Fragekatalog an den Bürgermeister gerichtet. Und sowohl der FDP-Fraktionsvorsitzende Stefan Weige als auch der Mendener FDP-Parteichef und Landtagskandidat Sebastian Kratz wetterten am Samstag auf der Internet-Plattform Facebook gegen die Veranstaltung.

So schreibt Kraatz etwa, dass der „Bürgermeister Mendens mit dem Verwaltungsvorstand feierlich in Eisborn“ tage. Und er ruft auf: „Da die Mendener diese Party mit ihren Geldern bezahlen, sollten sie heute Abend einfach mal dort hinfahren und mitfeiern.“ Wer Kraatz’ Appell gefolgt wäre, wäre allerdings zu spät gekommen: Bereits am Samstagnachmittag war die am Freitag gestartete Veranstaltung beendet. Und weder Bürgermeister Volker Fleige noch die beiden Beigeordneten Sebastian Arlt und Uwe Siemonsmeier haben laut Auskunft der Stadt teilgenommen.

Auf Anfrage der WESTFALENPOST erklärte Bürgermeister Fleige gestern weiter, dass insgesamt 28 Führungskräfte teilnahmen: Fachbereichs- und Abteilungsleiter sowie die Teamleiter. Das Seminar sei von der Volkshochschule Menden-Hemer-Balve gemeinsam mit einem Fachunternehmen organisiert worden. Pro Mitarbeiter seien Kosten von etwa 300 Euro angefallen – darin enthalten seien alle Kosten für Seminarleitung, Vor- und Nachbereitung, Bewirtung, Übernachtung und Seminarunterlagen.

8400 Euro hat die Schulung insgesamt gekostet.

Insgesamt hat die Schulung also 8400 Euro gekostet. Fleige: „Die Kosten werden über den Fortbildung-Etat abgerechnet. Normale Seminarkosten in der freien Wirtschaft sind mindestens doppelt so hoch.“ Bereits bei den Sparpaket-Beratungen habe die Verwaltung gesagt, dass angesichts des Stellenabbaus und der Erwartungen von Politik und Bürgern die Fortbildungskosten steigen würden.

Konkret sei es an diesem Wochenende um die Verbesserung des Services für die Bürger und der Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung gegangen. Kritik daran weist Fleiges zurück: Er habe mit Amtsantritt die Zahl der Fachbereichsleiter reduziert, erhebliche Stellenstreichungen stünden an, ebenso die Einrichtung d

es Bürgerbüros: „Das führt kurz- und mittelfristig zu erheblichen Veränderungen in der Verwaltung, die eingehend kommuniziert und geplant werden wollen.“

Aber warum wurde die Schulung nicht in städtischen Gebäuden abgehalten – etwa auf der Wilhelmshöhe mit ihren Seminarräumen? Nach Fleiges Darstellung sei das eineinhalbtägige Zusammensein bei den Kollegen „nicht gerade erwünscht“ gewesen. Die Form des „Konklaves“ außerhalb von Menden sei daher bei der Vorbereitung als die sinnvollste angesehen worden. Dass es auch ein unterhaltendes Abendprogramm in Eisborn gegeben habe, weist der Bürgermeister aber zurück: Es sei aber unter Leitung von Musikschulleiter Holger Busemann gesungen worden.

Für die FDP bleiben kritische Fragen. Man diskutiere an anderer Stelle über die gravierenden Auswirkungen von Einsparungen, die weit weniger kosteten als das Seminar-Wochenende, so Stefan Weige (FDP) zur WP. Und da die Stadt noch immer keinen genehmigten Haushalt habe, seien diese Kosten offensichtlich unzulässig.

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