Radwegbau zerstört Unterbau der Oesetalbahn-Trasse

Die stillgelegte Trasse der Oesetalbahn zwischen Menden und Hemer wird zum Radweg.
Die stillgelegte Trasse der Oesetalbahn zwischen Menden und Hemer wird zum Radweg.
Foto: WP
Beim Bau des Radwegs auf der Trasse der Oesetalbahn werden offensichtlich Millionen-Werte zerstört. Sollte die Bahntrasse reaktiviert werden, müssten viele Dinge neu gebaut werden, die bereits vorhanden sind und noch brauchbar wären. Angenommener Wert: mehrere Millionen Euro.

Menden..  Die Reaktivierung der stillgelegten Oesetalbahn würde 10,5 Millionen Euro kosten. So steht es in der bislang geheim gehaltenen Studie zur Reaktivierung der Bahn (liegt der Redaktion vor). Dort steht allerdings auch etwas versteckt: Die Zwischenlösung mit dem Radweg macht die Reaktivierung der Bahn ganz offensichtlich um Millionen teurer.

Beim Radwegebau werden laut der Studie des Düsseldorfer Ingenieurbüros Vössing offensichtlich wesentliche Teile des Unterbaus der Bahnstrecke zerstört. Die Entwässerungsanlagen und Tragschichten müssten vor der Reaktivierung wieder hergestellt werden. Auch für die Bahnübergänge, die in diesen Tagen zurückgebaut werden, werde ein Neubau fällig. In der Kostenschätzung sind alleine für Bahnübergänge und Unterbau gut 3,8 Millionen Euro enthalten – Kosten, die bei einem direkten Umbau wohl zu nicht unwesentlichen Teilen weggefallen wären.

Diese Rechnung „Radweg gegen Bahn“ will der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Ruhr-Lippe (ZRL) als Auftraggeber der Studie nicht aufmachen. „Diese Diskussion führe ich nicht“, sagt Geschäftsführer Michael Dubbi auf Nachfrage. „Ich glaube nicht, dass durch einen Radweg die Reaktivierung erschwert wird.“ Für ihn sei es egal, ob der Streckenneubau eine Million mehr oder weniger koste, sagt Dubbi. Viel wichtiger seien die dauerhaften Belastungen. „Jedes Jahr sind die Betriebskosten zu finanzieren.“ Die Studie geht von jährlich 800 000 Euro aus.

Reaktivierung viel schneller möglich

Was allerdings auch Dubbi bestätigt: Es könnte viel früher als immer behauptet wieder ein Zug rollen. Die Studie spricht von einer möglichen Realisierung in „zehn bis 15 Jahren“. Dubbi hält eine Inbetriebnahme im Jahr 2028 für möglich. Dann wird der Betrieb für das Sauerlandnetz erneut vergeben. Der Radweg (Baukosten gut 1,3 Millionen Euro) wäre dann bis zum Bau gerade mal zwölf Jahre in Betrieb. Die Stadt Hemer als Eigentümer der Strecke baut gerade gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen die Trasse um.

Voraussetzung für die Reaktivierung bleibt aber die Wirtschaftlichkeit. Diese wird gerade im zweiten Teil der Studie überprüft.

 
 

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