Radweg-Entscheidung in Hemer ist falsch

Radweg auf der Oesetal-Bahntrasse..  Der Förderverein der Oesetalbahn nimmt die Entscheidung des Hauptausschusses (in Hemer, Anm. d. Redaktion), den Radweg auf der Bahntrasse im Alleingang anzugehen, verwundert zur Kenntnis. Nun steht ein solcher Beschluss auch im Stadtrat an. Unserer Meinung nach wäre die Entscheidung zu einem Alleingang übereilt und birgt dazu die Gefahr hoher Kosten. Bisher sind wir nämlich davon ausgegangen, dass die Grundlage des Radwegs auf der Bahntrasse die Einigung der beiden Städte Hemer und Menden sowie Straßen-NRW ist. Wir sind erstaunt, dass diese Vorgabe des Verkehrsministeriums nun außer Kraft genommen wurde.

Die Entscheidung über einen Alleingang Hemers ist unserer Meinung nach auch deshalb falsch, da die Potenzialanalyse zur Reaktivierung der Bahnstrecke mit einer Direktverbindung nach Dortmund oder Unna vorangeht und konstruktiv läuft. Warum sollten vor einem Ergebnis Fakten geschaffen werden, die die Kosten für eine Reaktivierung nur erhöhen? Warum sollte man sich in der Hemeraner Politik lieber zusätzliche Kosten und das Risiko aufbürden, das mit dem Bau eines Radwegs auf der Bahntrasse verbunden ist? Immerhin plant man für ca. 1 Million Euro einen Radweg, dessen Abriss nach ca. 20 Jahren direkt mit eingeplant wird. Das kostet mindestens 40 000 Euro pro Jahr aus Steuermitteln. Und das alles in Zeiten knapper Kassen.

Warum wird dagegen die Möglichkeit nicht genutzt, einen als bundesstraßenbegleitenden Radweg neben der Bahntrasse vollfinanziert und vor allem dauerhaft zu bauen? Warum verlagert man die Entscheidung und die (dann erhöhten) Kosten für die Reaktivierung der Bahnlinie – die die Stadt Hemer ja auch vom Nahverkehrsverbund Westfalen/Lippe fordert – auf zukünftige Generationen? Nachhaltigkeit sieht unserer Meinung nach anders aus.

Wir haben doch schon erreicht, dass der totgeglaubte Bahnanschluss in Hemer jetzt im Nahverkehrsplan steht und es eine Potenzialanalyse zur Reaktivierung gibt. Das sind Erfolge, die bei einer Politik mit Augenmaß nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden sollten.


Matthias Gast, für den Förderverein der Oesetalbahn

 
 

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